Rohrsysteme für Wasserinstallation

Mein Beitrag über das Verlegen von Wasserrohren aus PPR-Rohr erfreut sich wachsender Beliebtheit, es häufen sich aber auch die Anfragen für welchen Verwendungszweck diese Installationsmethode geeignet ist, bzw. wollen mache Leser dieses Rohr falsch einsetzen. Hier schiesse ich deshalb noch eine Aufzählung der wichtigsten Rohrarten auf und wo diese am besten eingesetzt werden. Dies kann nicht vollständig erfolgen. Ich beschränke mich somit auf die wichtigsten Rohrsysteme und die wichtigsten Anwendungsarten.

PPR-Rohr

PPR-Rohr aus dem Baumarkt
Das Rohr ist in jedem Baumarkt erhältlich und für den Laien gut zu verlegen. Wie das genau geschieht habe ich hier beschrieben. Angewendet wird PPR Rohr ganz Allgemein im Innenbereich für Wasserinstallation. Will man es für Heizung verwenden muss man ein diffusionsdichtes Mehrschichtrohr verwenden. Hier ist im Rohr eine Metalllage eingearbeitet um das Rohr diffusionsdicht zu machen. Das ist bei Heizanlagen wichtig, weil diffusionsoffenes Rohr den Heizkessel rosten lässt.
Das Rohr ist extrem langlebig und für hohen Druck geeignet (Wasserleitung). Es kann sowohl Aufputz, als auch Unterputz montiert werden. Es ist die wahrscheinlich günstigste Art Wasserinstallationen im Innenbereich zu verlegen.

Pressfittinge

T-Stück Pressfitting
Es wird meist Mehrschichtverbundrohr verlegt. Dieses wird meist in grossen Rollen geliefert. Es gibt es in vielen Dimensionen. Es ist extrem haltbar, druckbeständig und diffusionsdicht. Aus diesem Grund wird es auch gerne in der Heizungsinstallation verwendet. Im Prinzip gilt das selbe für Kupfer und andere Metallrohre, die immer noch im Heizungsbau Verwendung finden. Im Fuizungsbau Verwendung finden. Im Fußbodenheizungsbereich werden meist noch billigere Rohre verwendet, weil Mehrschichtverbundrohr einfach ziemlich kostenintensiv ist.
Diese Installationsmethode ist genial. Man biegt sich das Rohr genau an die Stelle wo man es braucht und steckt dort einen Fitting auf. Dieser wird mit einer Presszange zusammengepresst und das hält. Die Verlegung ist also noch einfacher als beim PPR-Rohr weil man erst alles fix und fertig zusammenstecken kann und dann einfach jede Verbindung verpresst. Aufpassen muss man eigentlich nur noch, dass man keine Pressung vergisst. (Es bewährt sich jede gepresste Stelle mit einem Permanent Marker anzuzeichnen und alles doppelt zu kontrollieren)

Man bekommt das Material im Internet, beim Installateur und mittlerweile sogar immer wieder im Baumarkt.

Presszange und Pressbacken
Wo liegen also die Nachteile? Erstens der Preis. Die Fittinge kosten beim Installateur ein Vermögen. Ein befreundeter Installateur hat mir erzählt, dass Baustellen, bei denen zum Fixpreis abgerechnet wird sogar mit PPR installiert werden, weil die eingesparte Arbeitszeit beim Presssystem weniger bringt als die Mehrkosten beim Material. Nachdem ja bekanntlich Arbeitszeit nicht billig ist, kann man sich vorstellen, was die Fittings kosten. Im Internet gibt’s diese Sachen mittlerweile aber auch recht günstig. 2.Nachteil: Es gibt eine Unzahl von Systemen. Alle haben eine etwas andere Form und benötigen andere Pressbacken. Dann benötigt man auch für jede Dimension eigene Pressbacken. Diese sind aber gar nicht billig. Ausleihen kann man sich das Werkzeug nur, wenn der Verleiher die richtigen Backen hat usw. 3. Nachteil: Das Presswerkzeug ist recht teuer. Während man sich ein PPR-Schweissgerät um ca. 160 Euro kaufen kann und sich so das Werkzeug recht schnell amortisiert, ist das bei einer elektrischen Presszange schon etwas anderes.

Es gibt diese Pressfittinge teilweise auch zum Zusammenschrauben, diese sind aber noch deutlich teurer und auch keine sinnvolle Alternative.

Alles in allem sind Pressfittinge also ein geniales System, für den Heimwerker sind aber PPR-Rohre derzeit (für Wasserinstallation) die einfachere und günstigere Lösung. Im Heizungsbau sieht das vielleicht etwas anders aus.

Schraubfittinge

Messing Schraubfitting
Für kleine Arbeiten kann man auch Schraubfittinge verwenden. Diese gibt es für Wasserinstallation aus verzinktem Stahl, oder aus Messing. Messing ist um ein vielfaches haltbarer und auch teurer. Es werden Fittings mit Gewinde mit Hanf eingedichtet und verschraubt. Im Prinzip kann diese Methode nicht mit den beiden oben genannten konkurrieren, weil diese nur für ganz kleine Arbeiten verwendet wird. Will man also Hähne etc. miteinander verbinden, dann kann man das mit kleinen Gewindeteilen erledigen, will man größere Wege verlegen, dann sind Schraubfittinge nicht brauchbar. Verlegegeschwindigkeit, Preis usw. ist alles zu den obigen Methoden nicht konkurrenzfähig.

Für den Innenbereich war es das (Sorry an die Kupferlötfreunde, ihr seit so was von out ;-). Anders sieht das im Aussenbereich aus.

PE-Druckschlauch

PE-Druckschlauch
PE wird im Aussenbereich unter der Erde verlegt. Man macht heute damit kommunale Wasserversorgung, das Rohr wird aber auch im Baumarkt für Gartenbewässerung angeboten. Alles was also im Garten liegt sollte eigentlich PE sein. Der Schlauch lässt sich zwar biegen, allerdings nur mit einem relativ grossen Radius. Angeschlossen wird das System mit Fittingen, die man zuschraubt. Diese gibt es wiederum aus Messing und aus Kunststoff. Ich habe auch mit den Kunststofffittingen sehr gute Erfahrung gemacht. Unter der Erde verwende ich mittlerweile nur noch diese. Die Messingfittinge sind etwas kleiner und schöner, so dass ich diese manchmal verwende, wenn man den Fitting sehen kann.
Kunststoff T-Stück

Der PE-Druckschlauch ist das Mittel der Wahl für alles, was Wasser unter der Erde betrifft. Egal ob normale Wasserleitungen, Bewässerungsanlagen usw.

PVC Klebeverbindung

PVC - 90° Knie
Diese Rohre werden im Schwimmbadbau (auch Aquaristik) verwendet. Das System besteht aus Fittingen, die mit einem Klebstoff geklebt werden. Es werden relativ grosse Querschnitte verwendet, um mit wenig Kraft grosse Wassermengen bewegen zu können, dafür ist das System nur begrenzt druckfest, was aber bei besagten Anwendungsgebieten wenig stört. Neben PVC Rohr gibt es auch einen flexiblen Schlauch, der extrem Stabil ist und kaum beschädigt werden kann und somit besonders für unterirdischen Einsatz geeignet ist.
Die Verlegung erfolgt mit Eisensäge und Massband. Sie kann (ordentlich durchgeführt) problemlos von jedem Laien bewerkstelligt werden. Das Material bekommt man bei jeder Poolfirma. Die Preise sind insbesondere wenn man die Dimensionen berücksichtigt sehr billig. Ein Rohr mit 50mm Querschnitt ist bei anderen Rohrsystemen fast unleistbar, ein Kugelhahn in dieser Dimension kaum erhältlich und extrem teuer. In PVC ist so ein Hahn um nur ca. 15 Euro zu haben.

Ich hoffe vor allem aufgezeigt zu haben, in welchen Fällen man welches Rohr einsetzt. Vielleicht poste ich mal einen Beitrag mit genaueren Verlegeanweisungen zu einem System……


  1. Melanie

    Bevor man mit sowas anfängt, sollte man sich aber drüber informieren, welche Rohre wofür geeignet sind. Ansonsten setzt man schnell das komplette Badezimmer unterwasser, wie mein Freund 😉

    Antworten

Schreibe einen Kommentar zu Melanie Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.