Fussbodenheizung mit Energiesparfunktion

Eine Fussbodenheizung kann heutzutage ja billig und schnell in Eigenleistung verlegt werden. Man benötigt dazu kaum oder sehr günstig verfügbares Spezialwerkzeug und Material ist im Internet zu Sensationspreisen erhältlich. Vorteil am Eigenbau ist der erheblich günstigere Preis, sowie der mögliche Einbau von intelligenter Steuerung, was kaum ein Installateur vorsieht, sich aber rechnen kann.

Die Fussbodenheizung ist leicht verlegt. Was den Eigenbau zusätzlich interessant macht, ist der mögliche Einbau intelligenter Regelungstechnik. Auch wenn Fachbetriebe hier zunehmend kreativer werden, ist der Standardinstallateur häufig überfragt, wenn man eine KNX Einzelraumregelung für sein Badezimmer wünscht. Obwohl die Planung einfach und der Komfort- und Energiegewinn gross sein kann.

Wie arbeitet die übliche Fussbodenheizung

Die „normale“ Fussbodenheizung erhält vom Kessel warmes Wasser über den Vorlauf. Dieses kommt mit ca. 28-36°C aus der Heizung. Im Heizkreisverteiler wird der Druck, den die Umwälzpumpe erzeugt auf alle Kreise „gelegt“. Wieviel Wasser jetzt durch jeden einzelnen Kreis fliesst hängt vom Widerstand ab, den der Heizkreis bietet. Dieser ist von verschiedenen Faktoren wie der Länge des Rohrs abhängig. Damit jetzt jeder Heizkreis einen Raum auf die gewünschte Temperatur bringt kann man die Kreis untereinander mit Ventilen abgleichen. Öffnet man ein Ventil rinnt mehr Wasser durch diesen Heizkreis und der Raum wird wärmer und umgekehrt. Dieser Abgleich funktioniert umso besser je wärmer der Vorlauf ist. Im Rücklauf wird das Wasser gesammelt und wieder zum Kessel geschickt, wo es wieder aufgewärmt wird. Die Heizkreise arbeiten also in einem bestimmten Verhältnis zueinander. Dies tun sie immer gleichzeitig. Je nach Regelung kann es dabei auch zu Problemen kommen. Man heizt den Holzkamin an, die Heizung läuft aber voll weiter, weil das Aussenthermostat meint es muss geheizt werden usw.

Wo liegt das Einsparungspotential

Häufig werden weitere Regelungen als unnötig abgetan, sind sie aber meiner Ansicht nach nicht. Gerade einzelne Räume wie ein Bad oder ein Schlafzimmer hat teilweise eine völlig andere Nutzungszeit als Wohnräume. Häufiges Beispiel auch das obige, der Holzkamin, oder ein Zimmer das zeitweise stark von der Sonne aufgeheizt wird. Die Regelung mit den Drehreglern am Heizkreisverteiler ist auch teilweise ungenau und schwankt. Gerade wenn man Probleme mit der Regelung eines einzelnen Raumes hat, kann man sehr einfach eine Einzelraumregelung für diesen Raum installieren. Dies ist in jedem Fall rentabler als einen Raum einfach 1-2° zu warm oder unregelmäßig zu heizen. Händisch einen Raum regelmäßig nachzustellen ist völlig unmöglich. Ziel muss es sein einen Raum zur gewünschten Zeit in der exakt gewünschten Temperatur zu halten, ohne irgendwelche Eingriffe.

und wie geht das

Prinzipiell gibt es 2 Möglichkeiten. Es kann in den Heizkreis am Beginn des Raumes ein Thermostatventil angebracht werden, das die Temperatur misst und den Heizkreis zusätzlich noch einmal regelt. Der Regler am Heizkreisverteiler kann in diesem Fall ganz aufgedreht werden. Dies ist bei Neuverlegung eine einfache und kostengünstige Lösung. Es muss dazu nur das Rohr in der Wand etwas nach oben geführt werden und nach dem Thermostat wieder nach unten. Dies gibt auch 2 weitere Übergänge vom Estrich zum Mauerwerk, die unter Umständen Probleme machen können.
Die heute sicher bessere und modernere Form ist die Regelung mit einem Stellantrieb direkt am Heizkreisverteiler. Dies ist ein Motor, der den Heizkreis nach Bedarf öffnen und schliessen kann. Die Regelung kann nach Belieben über eine Zeitschaltuhr, ein Thermostat, oder auch über Bus System erfolgen. Es gibt eine Reihe von innovativen Produkten, die eine vollautomatische Steuerung übernehmen.

Der Stellantrieb im Detail

Der Stellantrieb ist ein kleiner Motor, der geöffnet geliefert wird. So kann man ihn einfach am Heizkreisverteiler wie einen Handregler auf das Gewinde drehen. Der Stellantrieb wird mit 24 oder 230V angesteuert. Der Regler muss also nur die richtige Spannung liefern, moderne Regler können beides. Es gibt diese Stellantriebe auch für das Ausschrauben auf das Heizkörperventil. Über den Regler wird der Antrieb so geregelt, dass immer die exakt richtige Temperatur im Raum herrscht.

Eine zeitliche Absenkung mit Fussbodenheizung wird teilweise als unrentabel betrachtet. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei einer gut geplanten FBH die Aufheizzeiten so kurz sind, dass sich bei Fliesenboden die halbtageweise Absenkung durchaus rechnet. So regle ich Bad und Schlafzimmer auch nach Zeit.

Kaufen beim Installateur ist zu teuer. Während ich bei vielen Sachen ja billige No-Name Produkte kaufe, mache ich das bei solchen Regelungen, Amaturen etc. nicht mehr. Grund ist weniger die bessere Qualität, als die Ersatzteilverfügbarkeit. Von guten Marken erhalten Sie auch nach vielen Jahren noch Ersatz- oder Wechselteile.

Auch Markenqualität gibt es im Internet zu durchaus vernünftigen Preisen wie z.b. bei Andries 24. Ein professioneller Markenhändler mit kompetenter Hotline.


  1. Julia

    Das sind sehr nützliche Informationen zum Energiesparen im Haushalt. Möchte auch umrüsten im nächsten Jahr und das ermutigt gleich dazu. Speziell der Abschnitt zum Stellantrieb waren für mich wichtig. Danke schön!

    Antworten
  2. dorny2012

    Gerade bei Heizungskosten unterschätzt man oft das Sparpotenzial. Wir haben in der gesamten Wohnung Fußbodenheizung und stellen oft fest, dass sie nur dann richtig funktioniert, wenn wir alle räume sehr stark beheizen. Ist leider nicht die optimale lösung, aber im Winter bleibt einem nicht viel übrig. Mit diesem Beitrag hier ist sicher vielen geholfen, die Erfahrungen mit Fußbodenheizung sammeln wollen. Einfach Klasse!

    Antworten
  3. Rudolf

    Wird die Fussbodenheizung richtig ausgelegt, (entsprechend mehr Rohre in Räumen die wärmer sein sollen wie z.B. Bad) kann meiner Meinung nach auf eine Regelung verzichtet werden. Wir stellen bei uns die einzelnen Heizkreise nur an oder aus für Räume wo wir überhaupt nicht heizen. Bei einem vorlauf von 24 Grad bei -10 Grad Aussentemperatur ist es somit immer gemütlich warm ohne die 5 Watt je Stellantrieb in der Jahresstromrechung mit dabei zu haben.

    Rudolf

    Antworten
  4. muchacho

    @rudolf: 100% deiner Meinung. Ziel muss es sein die Vorlauftemperatur möglichst niedrig zu halten. Erreicht man hier gute Werte ist eine Regelung hinfällig.

    Antworten

Was meinst du ???

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.