Drohnen App für Österreich

Wo darf man mit seiner Drohne fliegen? Flugverbotszonen, Kontrollzonen, Terminal Areas, Naturschutzgebiete, Hubschrauberlandeplätze usw. Selbst für die korrekt angemeldete, versicherte und von der Austro Control genehmigte Drohne gibt es noch unzählige lokale Beschränkungen. Dem Laien wird es nicht leicht gemacht hier immer 100% legal und korrekt unterwegs zu sein. Aber es gibt Abhilfe in Form von zwei Drohnenapps für Österreich. Die Austro Control als zuständige Behörde zu diesem Thema stellt die App dronespace, der ÖAMTC die App Drohnen-Info kostenlos zur Verfügung.

Für den Piloten geht es um einiges. Gefährdung der Luftfahrt ist zu Recht kein Kavaliersdelikt. Während das Betreiben einer nicht korrekt angemeldeten Drohne nur eine Verwaltungsübertretung ist und im schlechtesten Fall mit Strafen um die 200 Euro geahndet wird, ist es ein Strafrechtsdelikt, wenn man durch Einflug in Flugverbotszonen eine Gefahr für die Luftfahrt darstellt. Hier gibt es einen Strafrahmen bis zu 20.000 Euro.

Dronespace

Dronespace App
Dronespace – Drohnen App der Austro Control

Dronespace der Austro Control ist als Desktopversion oder als App für Android und IOS verfügbar. Nach Registrierung erhält man Zusatzfunktionen wie das Logbuch usw. Ob man der Austro Control seine Flugdaten alle live schicken will, bleibt jedem selber überlassen. Auf der Karte sind die rechtlich relevanten Beschränkungsgebiete eingezeichnet. Damit verschafft man sich einen raschen Überblick, ob man rechtliche Probleme in dieser Zone haben könnte. Sehr viel mehr Informationen bekommt man leider nicht. Es gibt lediglich die Info „Flying allowed“ oder „Flying prohibited“. Ein wenig mehr Informationen zu den relevanten Zonen bekommt man in der Desktopversion.

Obwohl Austro-Control die zuständige Behörde für die meisten dieser Gebiete ist, wird die App als nicht rechtlich bindend ausgewiesen. Theoretisch müssen also die Daten nicht vollständig oder aktuell sein.

Betreibt man professionellen Flug in einer der ausgewiesenen Zonen wird man nicht umhin kommen, sich detaillierter zu Informieren und Genehmigungen einzuholen. Je nach Gebiet braucht man Genehmigungen von verschiedenen Stellen (Austro Control, Bundesministerium für Landesverteidigung, usw.), für das Verschaffen eines ersten Überblicks für den Laien ist die App aber hervorragend geeignet.

Drohnen-Info

Drohnen Info
Drohnen-Info Drohnen App des ÖAMTC

Auch der ÖAMTC bietet eine Drohnen-App. Als größter Betreiber von Rettungshubschraubern liegt es durchaus im Eigeninteresse des ÖAMTC hier zusätzliche Sicherheiten zu schaffen, nebenbei wird natürlich auch noch die firmeneigene Drohnen-Versicherung angeboten. Die ÖAMTC App ebenfalls als Android und IOS Version zeigt noch mehr Details als Dronespace an. Sämtliche Hubschrauberlandeplätze, aber auch Modellflugplätze sind eingetragen und die Gefahrenzonen mit befliegbaren Höhen etc. hinterlegt. Man kann seine Drohnenklasse wählen (inkl. Hilfe bei der korrekten Auswahl) und bekommt dann sogar relevante Infos für seine Klasse bzw. maximal fliegbare Höhen. Es gibt Höhenprofile der Umgebung und man kann auf Satellitenkarte umschalten. Es gibt eine Anbindung zum Drohnen 1×1 der ÖAMTC Website und so sind viele Informationen übersichtlich verfügbar und verlinkt. Insgesamt also deutlich mehr Infos.

Etwas ungewöhnlich erscheint die Möglichkeit einen „Flugplan“ zu schicken. Es wird lediglich angegeben, dass die Daten anonym verarbeitet werden und in Zukunft für mehr Sicherheit für Notarzthubschrauber und andere Luftfahrzeuge bieten soll. Wie das genau aussieht wird nicht näher erklärt. Auf alle Fälle hat diese Funktion aber nichts mit einem echten „Flugplan“ zu tun wie in das Luftfahtgesetz für die bemannte Luftfahrt vorsieht. Alleine die Bezeichnung ist also nicht ganz unproblematisch.

Welche App ?

Die dronespace App wird direkt von der Behörde gewartet. Man darf also hier wohl mit aktuellerem Kartenmaterial rechnen. Auch die Desktop Version ist für die Flugplanung sehr gut nutzbar. Die ÖAMTC App bietet etwas mehr Infos. Insgesamt sind aber beide Apps sehr professionell und gut gestaltet.

Beide Apps bieten sehr wichtige Informationen, gerade für private und semi-professionelle Drohnenpiloten. Für diese Anwendergruppe waren diese Infos bisher kaum verfügbar. Eine der beiden Apps sollte auf jedem Pilotenhandy installiert sein und ein kurzer Blick vor dem Flug ist ein Muss. Es geht um viel.

Spannender nächster Schritt wird wohl die Einbindung in Herstellerdatenbanken. Wichtige Hersteller (wie DJI) arbeiten ja mit Hochdruck an Drohneninternen Karten. Hier sollen automatisch Flugverbote beachtet werden, die Drohne würde also gar nicht über eine Grenze fliegen oder eine gewisse Höhe durchsteigen. Man darf gespannt sein. Bei in Österreich ca. 50.000 verkauften Drohnen über der Spielzeugklasse wird das Problem in Zukunft nicht kleiner werden.

Wer sich eine Drohne baut oder kauft, sollte sich auf jeden Fall vorher mit den rechtlichen Grundlagen vertraut machen. Soll meine Drohne Kamera haben, soll sie nur als „Spielzeug“ gelten usw. Dieses Basiswissen wird dir nicht erspart bleiben und ist wesentlich für den späteren Betrieb.


  1. Stefan

    Zwei meiner Arbeitskollegen sind mittlerweile auch dem Drohnenwahn verfallen und drehen regelmäßig ihre Runden. Beide nutzen Dronespace. Meine eigene Racingdrohne liegt auch noch immer Originalverpackt am Schreibtisch. Ob eine Racingdrohne allerdings der Richtige Einstieg ins Thema ist…. ? China machts möglich 😉

    Antworten

Was meinst du ???

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