hermann-josef – mein brunnen

Angefangen hat es 1993 schon, ich beschloss dass ich einen Grundwasserzugang brauche. Also kurzerhand mit dem Nachbarn und dem Schwiegervater abgesprochen, und dann einen Rammhammer geliehen. An einem Wochenende haben wir so drei 1,5 Zoll Rohre a´8 Meter in den
Boden gerammt. Hauswasserwerk aus dem Baumarkt angeschlossen und: Ergebnis: TOP ! Wasser satt und keine Probleme.

Bis 1996 die Baumarktpumpe den Geist aufgebenden hat. ( Pumpenläufer defekt ) Also: Neues Hauswasserwerk, diesmal was besseres mit Vorfilter und Edelstahlgehäuse. Wieder alles i.o. bis 1998. Dann wurde die Lieferleistung immer schlechter, bis 2000 nur noch ein Rasensprenger unter Halblast angeschlossen sein durfte.

2002 der Gau: Während dem Rasensprengen höre ich die Pumpe laufen, aber sehe kein Wasser … Was soll das denn ?? 5 Min. gewartet, nix passiert, also ab in den Keller nachsehen. Schon vor der Türe riecht es etwas merkwürdig. Im Kellerraum lodernde Flammen aus der Pumpe. Der Motor und alles Kunststoff an der Pumpe war lichterloh am brennen. Ich konnte es schnell löschen, und weitere Schäden abhalten. ( Gott sei Dank ) Richtig sauer hab ich nun fast ein Jahr meinen Brunnen nicht mehr angesehen. Doch der Sommer 2003 war warm und heiß, im Herbst einen Blick in den Garten: Wüste….. Frust……

Also mein Entschluss: Dann 2004 wieder eine neue Pumpe kaufen, was wirklich gutes. Gesagt getan, 500 Euro in die Hand genommen, und eine Pumpe gekauft. Angeschlossen, und: Nix, kein Wasser…… Pumpe schnell wieder verpackt und zurückgegeben. Ursachenforschung: Das eingeschlagene Rohr zieht kein Wasser mehr. Irgendwie sitzt der Filter dicht. Vorsichtig mal beim Nachbarn angefragt, und erst jetzt erfahren, er hat auch seit 3 Jahren keine Pumpe mehr angeschlossen. Da kein Wasser mehr kommt. ( Hätte er mir das mal nicht früher sagen können ) Schwiegervater hatte seine Pumpe schon 1 Jahr nach der IBS abgeschaltet, da Ihm der Krach der Pumpe zu laut war.

2005 weiter Frust ohne Wasser geschoben…..

Los

Dann kam der Juli 2006, und schon wieder Halbwüste im Garten. Der Entschluss ist nun reif für einen Bohrbrunnen. Im Internet etwas schlau gemacht und 2 Angebote von Professionellen Brunnenbohrern eingeholt. Wow, über 2000,– € soll das kosten. Soviel Wasser brauche ich in 100 Jahren nicht…. Also: Selbst ist der Mann. Irgendwann die Internettseiten Brunnen.de, Lotze und von Erdbohrer gefunden. Gute Info´s dort. Also: Mal sehen wo man Bohrmaterial bei uns leihen kann. Baumärkte abgeklappert: Ergebnislos… Maschinenverleih: Ahhh, hat was, sieht aus wie aus dem vorigen Jahrhundert, aber warum nicht. Wenigstens gut eingelaufen… 1 Woche Leihgebühr für einen DN 200 Bohrer mit bis zu 10 Meter tiefe soll 99,– Euro Sonderpreis kosten. 1 Woche Kiespluntsche das gleiche plus Dreibein und Kleinmaterial. Also gut 200,– € Leihgebühren. ( Wucher wie ich mittlerweile weiß ) Zwischenzeitlich will meine Schwester auch einen Brunnen bohren….. Kurz gerechnet: 2 Brunnen macht 2 mal Leihgebühren also 400 Euro. Für gut 300,– € bekomme ich das Material neu und ohne Zeitdruck. Also eine Bestellung bei Erdbohrer getätigt, man kann das Zeug anschließend ja wieder bei E-Bay verkaufen oder… ( 9 Meter Bohrer DN 170, eine Kiespumpe DN98 ) Alles andere bei Lotze bestellt. 10 Brunenrohre DN 115 plus 2 Meter Filter und jede menge Kleinkram u.a. 20 Meter 1 Zoll PG Rohr. Wenn ich gewusst hätte wie sperrig das ist, hätte ich nicht überlegt die ganze Installation damit zu machen. Aber was soll´s, die in Aussicht stehende Wassermenge entschädigt, und bestellt ist bestellt.

Pumpe beim lokalen Händler geholt (wegen der Gewährleistung und der Ersatzteile). Eine Gardena Inox 4000/6. Mein Problem: Wo kriege ich ein Dreibein her …. Es bahnt sich aber eine Lösung an, von einem Bekannten soll ich mir Gerüststangen leihen dürfen. Ein Nachbar hat eine Umlenkrolle mit einem Hanfseil, das sollte reichen. Samstag soll sich alles klären. Im Zweifel baue ich eigenes was aus Holz. In der Woche warten auf Lieferungen. Den Vorgarten schon mal halb umgepflügt. Einen Baum rausgerissen, div. Pflanzen zur Freude meiner Frau „fachmännisch“ von mir umgesetzt. Ich verstehe nicht, warum Sie alle wieder irgendwie anders haben möchte…..

Montag der 21.09.2006 liegen mehr als 6 Pakete in der Garage, alles an Material ist da. Nur keine Zeit.

Am Dienstag bekomme ich von einem befreundeten Tiefbauunternehmer noch einen Beton AK 30/30 den ich als Brunnenschacht nutzen möchte. Sau schwer die Dinger, aber stabil. Dienstag leider erst 19:30 Uhr Feierabend, keine Lust mehr.

Mittwoch dafür kann ich um 14:30 Uhr Schluss machen. So stehe ich voller Tatendrang gegen 15:00 Uhr in meinem Vorgarten, und setze den Bohrer zum ersten mal an. Wow, geht das schnell, 0,8 Meter in ca. 5 Minuten.. wenn das so weitergeht ….. Sorry, die weiteren 0,1 Meter brauchen dann 30 Minuten, drei Steine ca. Orangengröße ( Bauschutt ) haben sich abgesprochen und todesmutig dem Bohrer in den Weg geworfen. Also mit Schüppe und Kinderharke auf dem Bauch gelegen und in der Erde gewühlt. Ergebnis: Loch um 50% großer und 30% flacher, aber die Steine sind draußen. Weiter mit dem Bohrer. ( Was mache ich eigentlich bei so einer Situation in 4 Meter tiefe… So lang ist die Kinderharke nicht… ) Doch bis ca. 2,5 Meter keine Probleme mehr. ( Außer meine Kondition ) 2 Liter Wasser habe ich schon .. ( Getrunken… ) 3 weitere Liter ausgeschwitzt. Kurze Pause um die netten Kommentare der zuschauenden Nachbarschaft entsprechend zu beantworten. 3 Meter Tiefe geschafft. Bis knack……., der Bohrer hängt fest. Keine Panik eine halbe Umdrehung zurück und dann ging es bisher immer wieder. Bisher… Zurück geht auch nicht mehr. Ich zerre, reiße und fluche. Die Nachbarschaft ist auf einmal verschwunden. Könnte mal nicht eben einer mit anpacken ……… Doch da, einer kommt im Blaumann zurück, und meint: mal sehen ob wir das Ding wieder rausbekommen. Also zu zweit: drehen, ziehen, drücken, rütteln……. ca. 30 Minuten lang, Zentimeter für Zentimeter nach oben, dann ist der Bohrer auf ca. 2 Meter tiefe endgültig fest. Nix geht mehr. Mit der Tauchlampe immer mal wieder nachgesehen, ein unförmiges Ding liegt quer auf dem Bohrer drauf und hat sich in der Spindel verkantet. 2 Meter, das muss doch zu schaffen sein. Kinderharke mit einem Besenstiel verlängert und ab auf den Bauch. Ich komme mir vor wie beim Angelspiel auf der Kirmes. Irgendwann dann hab ich ihn. Der Klumpen liegt auf der Harke und erblickt das Tageslicht. Honigmelonengröße hat der Stein. Meine Gedanken: Noch zwei von dem Kallieber, und ich gebe auf. ( Danke noch mal an den Nachbarn, der sich nun verabschiedet ) Dafür kommt meine Frau und packt mit an. Den Bohrer wieder reinlassen, und : ca. 2,2 Meter. Eben waren es doch noch 3 Meter ??? Wo sind die 0,8 Meter geblieben ? Ist aber nur sehr loses Erdreich, anscheinend bei der Steinaktion nach unten gefallen. Das geht schnell wieder raus. Dann auf 3,20 Meter, wird es zäh am Bohrer, ein Lehm/Ton Gemisch bringe ich nach oben. Sauber abgeschnitten wie Butter klebt das Zeugs auf der Spindel des Bohrers. Heute Abend ist noch Elternversammlung in der Schule, so müssen wir gegen 19:00 Uhr Schluss machen. Tagesresume`: 4 Stunden Bohren und 4 Meter Tiefe und 4 Schubkarren Material. Ich bin bis hier zufrieden !!! Morgen leider keine Zeit, am Freitag soll es weitergehen.

Freitag : Gut, gegen 14:30 bin ich zuhause, und mein Vater kommt gleich um zu helfen. 15:00 Uhr die Bohrspindel zum ersten mal an diesem Tag wieder hochholen. Immer noch der Lehmboden. 5,0 Meter: Der Lehmboden wird krümeliger, nicht mehr so Zäh. Um 17:00 Uhr verabschiedet sich mein Vater, aber mein Schwager kommt helfen. Alleine ist das fast nicht mehr machbar. 19:00 Uhr: 6,5 Meter Tiefe, ein Gemisch aus Lehm und Kies begrüßt uns immer wieder. Sehr schwierig zu bohren, da die Steine im Lehm fest sitzen. Immer wieder muss man den Bohrer zurückdrehen, kurz anheben oder kräftig rüttel, um die Steine im Lehm zu lösen. Der Tageserfolg wird deutlich sinken heute. Langsam wird der Bohrer zu schwer, ich glaube ich muss Ihn ab morgen in 2 Teilen hochholen. Tagesresume`: 2,5 Meter in 4 Stunden und 4 Schubkarren Abfall. Der Schnitt sinkt deutlich.

Samstag: Heute soll der ganze Tag dran glauben. Um 10:00 Uhr ab zum Vater des Kumpels, und die Gerüststangen abholen. Wow. 6,0m lange Stangen auf dem Autodach sind schon heftig. Gleichzeitig noch eine Kiespumpe aus Alu zur Sicherheit mitgenommen. Erstmal montieren wir das Dreibein auf unserem Parkplatz zum Test, klappt aber gut, und sieht sehr stabil aus. Etwas zu schwer finde ich, oder liegt es an meinem Muskelkater… Dann noch ein kurzer Baumarktbesuch und für heute sind die Besorgungen erledigt. Leider können meine Schwäger erst am Nachmittag. Ich versuche es gar nicht alleine, denn mit 7 Meter Bohrgestänge ist das nicht drin, keine Chance, das ist einfach zu schwer. Einige Plausche mit der Nachbarschaft bauen mich wieder auf, Wasserstandsmeldungen zwischen 4 Meter und 6 Meter erreichen mich. Warum habe ich auf 6,50 dann noch kein Wasser ??? Dann 14:00 Uhr, der eine Schwager ist da, und direkt loslegen. Wie üblich hat der Bohrer über Nacht im Loch gelegen, leider ist etwas nachgefallen, so ist die Bohrspindel mit ca, 0,5 m Erde / Kiesgemisch bedeckt. Um den rauszubekommen brauchen wir glatt 30 Minuten. Merken: Nie den Bohrer im Loch lagern !!! Pünktlich um 15:00 Uhr ist der zweite Schwager zur Stelle, und wir bohren lustig weiter. Bohrspindel mit 3 Meter Verlängerung ins Loch, Absetzen, weitere 4 Meter Verlängerung aufstecken, weiter ablassen. Drehen, drehen, drehen, hochziehen. Auf 4 Meter wieder trennen, und den Rest hochholen. Ausschütteln, und wieder rein mit dem Zeugs. Mühselig aber es geht weiter. 7,0 Meter, nur noch Kies liegt auf der Bohrspindel. Der aber Knochentrocken. Kein Wasser in Sicht. Jetzt wird es sehr langsam. Wir holen Ladung um Ladung hoch, aber tiefer kommen wir nicht mehr. Um 19:30 Uhr sind wir auf 7,5 Meter, trockener Kies und 5 Schubkarren später, immer mehr Material für weniger Erfolg. Der Kies rutscht unten viel zu schnell nach, ich glaube wir bauen dort untern einen riesigen Hohlraum, und sonst nix. Aber kein Wasser zu sehen, also ist nix mit Pluntschen oder ? Mal im Netz nachlesen, irgendwo hatte ich was gelesen von Pluntschen mit Fremdwasser… Obwohl, bei der Kiesgröße die wir rausholen ist Pluntschen mit Sicherheit keine Tolle Lösung, die Steine sind klar zu groß für die Pluntsche, also weiterbohren…. Hätte ich doch den Ton wieder zurück…. Tagesresume`: 1,0 Meter in 5,5 Stunden und 6 Schubkarren Abfall. Der Schnitt sinkt weiter deutlich.

Sonntag, ja am heiligen Sonntag will ich bohren. Das Dreibein steht immer noch auf dem Parkplatz und wartet auf seien Einsatz. 10:30 Uhr beide Schwäger sind wieder da. ( Vielen Dank schon heute ) Weiter bohren wie gestern, Kies Kies Kies…. 12:30 Uhr, sehe ich richtig, ist der Kies feucht geworden ….. Das motiviert uns, weiterbohen… 13:00 Uhr: 8,20Meter doch, es Tropft aus der Schubkarre raus, der Kies ist nass. 3 Ladungen später liegen blanke Steine auf der Spindel, vom Wasser klargespült. Das Bohren macht keinen Sinn mehr beschließen wir. Das Brunnenrohr wird zusammengeschraubt, und in einem Balanceakt in einem Zug versenkt, schwups weg ist es, und schaut ca. 1 Meter aus dem Loch raus. Gut wir haben 8,50 Rohr gehabt, aber wir hatten doch auf 8,20 Meter gebohrt ? 14:00 Uhr Das Dreibein steht nach 2 Fehlversuchen an seinem Platz. Schwager 1 verabschiedet sich zur Familie. 14:30 Uhr, nach einer Zwangspause durch einen Gewitterschauer fällt die Pluntsche zum ersten mal ins Rohr. Das Pluntschen geht gar nicht, kein Wasser im Rohr, was nun ? Schnell ne Wasserleitung vom Nachbarn holen und kräftig aufdrehen. Jetzt kann man Pluntschen, jedes Mal ist ½ bis ¾ Schaufel an Sand / Kies in der Pluntsche enthalten. Nach 0,5 Meter geht das Pluntschen relativ gut, jedes Mal rutscht das Rohr 2-3 cm nach, Fremdwasser brauche ich nicht mehr. 15:30 Uhr wieder Gewitter, für heute ist aber auch Schluss. Immerhin sind knapp 8,20 Meter Rohr versenkt. Tagesresume`: 1,5 Meter in 6 Stunden und 5 Schubkarren Abfall.

Montag: Leider erst um 15:30 Uhr nach Hause gekommen, dann aber ab in den Garten, Pluntschen. Heute alleine. Das geht in die Arme sag ich euch, echt heftig. Nach 1 Stunde hilft mir meine Frau ein wenig. Dann ein Fehler: Ich schraube das 0,5m Rohr mit dem Hebel auf, um mal kräftig an der Ganzen Konstruktion zu drehen. Das klappt auch sehr gut, und das Rohr rutscht ca. 20 cm Tiefer, klasse, ich bin begeistert. Aber jetzt: Wie das Rohr wieder abkriegen ? Eine Linksdrehung verheißt nichts gutes, Irgendeine Muffe hat sich gelöst nur natürlich nicht die oberste. Das Rohr festhalten ? es ist ca. 0,20 cm unter der Bodenkante, keine Chance. Das kurze „Dreh/Schlagrohr“ sitze fest, nicht zuletzt wegen etwas Sand auf den Gewindegängen……. Nach einigen Fehlversuchen, bleicht nix übrig, anheben…. Mit einem Nachbarn kurz mal angepackt, und schwups ist das Rohr um ca. 30cm angehoben, nun kann ich 2 Löcher reinbohren, und mit einer Stange kontern. Jetzt klappt es, nur von meinen halben Meter sind nur noch 20 cm übrig. Merke: Die Aktion mit dem Drehen ist gut, aber nur wenn man das Rohr noch fassen kann, und die Gewindegänge sauber hält incl. etwas Fett. Die 30 cm. müssen wieder rein, um 18:00 Uhr muss ich verschwinden. Also: Endspurt und los legen… Was wirklich gut ist, das Hanfseil. Es ist gut zu packen, dick und es schneidet nicht in die Finger. Das Bohrgut ist fast nur Sand, ganz feiner lockerer Sand, selten mal ein Kiesel. Je Pluntsche zwischen 2 und 3 Hände voll. Nach zwei Gewitterunterbrechungen ist das Rohr nun drin. Tagesresume´: 0,4 Meter effektiv ( 0,8m gepluntscht ) in 1,5 Stunden Arbeitszeit

Dienstag: Mein Vater kommt helfen. Wir legen los damit, dass wir ein neues Rohr aufschrauben. Das sollte das Tagesziel sein, 1 Meter versenken. Wir pluntschen und pluntschen, das Rohr bewegt sich nicht. Dann plötzlich 20 cm auf einen Rutsch. ( Mal kurz mit dem Hammer draufgehauen ) Und weitermachen. Dann: Regenpause…… ( es gießt wie aus Eimern ) Warten…… Weiter denn der Regen hat sich gelegt. Die Pluntsche geht nicht mehr ? Warum das, man merkt das sehr gut beim hochziehen, der Koben bewegt sich nicht, sondern die ganze Pluntsche. Also raufholen. Der Kolben sitzt wie festgebacken. Mit einem Hammer löst er sich ganz langsam. Über dem Kolben befinden sich ca. 10 cm Sand ? Wie kommt der dahin ? Ist die Pluntsche deutlich tiefer wie das Rohr ? Die Pluntsche hat 98 im Durchmesser, das Rohr 115, kann das sein ? Also mal wieder ein Drehversuch, und 0,5 Meter Rohr verschwinden im Boden. Dass ich zum Lösen mal wieder 2 Löcher bohren muss stört nicht mehr. Nun findet sich immer mehr kleiner Kies in der Pluntsche. Es geht aber zügig weiter. Schluss um 20:30 Uhr, der Meter ist nach effektiv 1,5 Stunden geschafft. Morgen wird nix gemacht. ( Hab Geburtstag ) Donnerstag ist Training, Freitag hat ein Kollege eine Feier, also erst Samstag geht es weiter.

Samstag, der Endspurt ? Schon um 09:00 Uhr stehe ich an der Pluntsche. Hilfe ist ab 10:30 Uhr angekündigt. Aber was solls, ich kann ja schon mal loslegen. Ein neuer Meter Rohr wird aufgeschraubt. Noch 2,5 Meter, dann ist das Ziel erreicht. Alleine Pluntschen ist extrem schwer, und geht an die Kondition. Ein Nachbar hat Mitleid, und kommt helfen. Cm. für cm. geht das Rohr in den Boden rein. Ca. 0,80m sind versenkt da passiert der GAU.: Die Pluntsche setzt beim Ablassen mit voller Kraft auf den Rand des Rohres auf. Aua, das hörte sich nicht gut an. Ergebnis: Die Muffe ist gerissen. Nun ist guter Rat teuer, was nun ? Hält das Gewinde noch ? Ist doch nur ein kleiner Riss ( über die ganze Muffenlänge ) Zum Testen mal das Kopfrohr aufgeschraubt, und. Die Muffe reißt ein, kein Halt des Gewindes. Runterdrücken geht mit der kaputten Muffe auch nicht mehr. Also sehr schweren Herzens einen Meter Rohr hochziehen, und abschrauben. Total demotiviert stehen wir drei um das Brunenrohr. Einen neuen Meter aufgeschraubt und wieder von vorne beginnen, 3 Stunden Arbeit für die Tonne. Das gleiche noch mal… Pluntschen bis der Arzt kommt. Der Nachbar muss sich verabschieden, mein Schwager kommt nachher. Als nächster Verabschiedet sich mein Kumpel, auch ein Schreibtischtäter, aber nach knapp 6 Stunden versagen Ihm die Kräfte. Mein Schwager ist ja noch fitt, und um 18:30 Uhr ist der Meter wieder drin. Schluss für heute. Zwischenzeitlich habe ich mich entschieden, der Brunnen wird nur 11 Meter tief. Immerhin habe ich bei 10,50 Meter schon 3,5Meter Wasser im Rohr stehen. Tagesresume´: 1 Meter effektiv ( 2 Meter echt ) und 8,5 Stunden.

Sonntag: Heute soll es klappen, ein guter halber Meter muss noch rein, und die Tiefe meines Schachtes nicht vergessen ! Das sind auch noch 28 cm. Ich versuche es alleine, denn Hilfe ist für heute keine in Sicht. Nach 2 Stunden gebe ich auf, knapp 15 cm. tiefe und total am Ende mit der Kondition entscheide ich mich lieber den Schacht zu setzen und einige Nebenarbeiten zu erledigen. Dann kommt die Rettung: Der Nachbar kommt noch aus der Türe in Arbeitskleidung. MEGAGRINSEN ! Eine neue Technik wird getestet. Er hämmert mit einen dicken Gummihammer auf das Rohr während ich Pluntsche. Das Ergebnis ist verblüffend: Je Pluntschvorgang zwischen 2 und 6 cm. Rohr werden versenkt. Das klappt bis ca. 40 cm. Dann ist mal wieder Ende. Nix rutscht nach. Das Rohr mal wieder drehen ! Eine halbe Stunde später dann der erfolg, ein Faustgroßer Stein hat sich im Ventil der Pluntsche verklemmt. Gut gemacht ! Danach geht es wieder langsam weiter. Cm. für cm. bis gegen 16:00 Uhr. Kurs nachmessen und gemeinsamer Beschluss: ENDE ! SCHLUSS AUS, GENUG ! Schon etwas melancholisch die Pluntsche zum letzten mal hochzuholen. Was mich reizt: Die Pumpe ! Die wird noch mal reingesetzt. Und der Probelauf sieht sehr gut aus. Nach 10 Minuten wird das Wasser immer klarer. Toll. Meine Frau besorgt eine Flasche Bier auf den Erfolg, die ich genüsslich mit meinem Nachbarn vernichte. .)))) Jetzt beginnt ganz langsam eine kleine Aufräumaktion. Das Dreibein aus dem Vorgarten raus, den Boden mit dem Wasser abspritzen…. Das Wasser ist Super klar geworden, und hat nur geringste Sandspuren. Zur Sicherheit hole ich die Pumpe hoch und verstaue Sie in der Garage. Der Bodenfilter der Pumpe hat wenig Dreck angesetzt, das Reinigen hat sich kaum gelohnt. Ein Gimmick am Rande: Im Boden des Filters hat sich etwas Sang gesammelt. Dieser Sand glitzert. Es enthält geringste Goldspuren. Bin ich reich ? Werde ich Millionär ? Mein Nachbar ( Kiesgrubenbesitzer ) meint, das sein Normal, die Sättigung würde aber kleiner 0,1 Gramm je Tonne Sand liegen. Wir sind halt in der Nähe des Rheins. Also doch kein Dagobert Duck Geldspeicher in meinem Vorgarten…. Total kaputt und glücklich begebe ich mich in die Dusche und beende das Wochenende.

Ein Hinweis noch : Das Rohr am Boden NICHT einschlitzen wie ich es gemacht habe. Sägt besser einige Dreiecke rein. So eine Art Haifischzähne, damit wird der Rohrdurchmesser nicht vergrößert. Tagesresume´: Knapp 1m in 3 Stunden Rohrtiefe 0,4 m unter Gelände, 11 Meter Rohr, ca. 4,0 Meter Wasser im Rohr. Morgen hoffe ich die Feinarbeiten fertig zu stellen !

Montag: Der Nachbar bringt mit Rollkies mit, und der wird fein in den Brunnenschacht gekippt, knapp 1,52m3 sind es, und es reicht nicht… Wow, wo ist das Zeugs hin ? Es passen noch 3 Schubkarren Bohrkies in das Loch rein bis es voll ist. ( Nicht das Brunnenrohr…) Mit der Flex noch ein Loch in den Lichtschacht geschnitten, und die Zuleitungen gelegt. Die Pumpe erneut versenken und die Leitung kürzen. Dann im Keller kurz den Anschluss verlegen und… WASSER !!!!!! Da es zwischenzeitlich schon wieder 21:00 Uhr ist habe ich keine Lust mehr den Rest zu machen, also dann noch mal morgen ran, ich schätze in gut einer Stunde bin ich wirklich mit allem fertig.

Ich hoffe diese Dokumentation motiviert viele andere auch einen Brunnen zu bohren. Wie mein Nachbar und mein Schwager, diese Projekte stehen dann Ende September auf der Tagesordnung. Mal sehen ob ich Lust habe das auch zu dokumentieren.

Bei Fragen: HJHeinisch(AT)yahoo.de

Bodenaufbau:

0,00 bis 0,80 Mutterboden locker leicht zu bohren

0,80 bis 2,00 Mutterboden/Lehmgemisch mit Bauschutt und allerlei Kiesel

2,00 bis 2,20 Sand / Kies ???

2,20 bis 3,20 Lehm Grobkörnig feucht

3,20 bis 5,00 Lehm / Ton Gemisch zäh und wiederspänztig

5,00 bis 7,00 Lehm mit Kies gemischt unangenehm zu bohren.

7,00 bis 7,50 Kies Grob mit Sandgemisch

7,50 bis 8,20 Kies Mittel mit Sand

8,20 bis 8,60 Sand selten Steine Pluntschen

8,60 bis 9,00 Sand mit Kies ( 3-5 cm Steine )

9,00 bis 9,50 Kies ( 1-2 cm Steine ) mit Sand

9,50 bis 11,50 Kies ( 2-3 cm Steine ) mit Sand

Bilder

Brunnenrohr in der Garage

Materiallager in der Garage. Rechts das Bodenrohr. ( Nicht so machen ! Sägt Haifischzähne in das Rohr ! )

Kopfrohr zum Eindrehen

Das „Kopfrohr“ zum Eindrehen. Ist wirklich eine gelungene Sache.

grosser Stein

Der hat mich fast eine Stunde gekostet.

Lehmschicht

Lehmschicht

Der Bohrvorgang

bohren-drehen

drehen

bohren hochziehen

hochziehen

bohren absetzen

absetzen und auseinanderschrauben

bohren hochziehen

zweiten teil hochziehen

bohrer entleeren

entleeren

Das Dreibein

dreibein

dreibein

Plunschen

plunschen ziehen

ziehen

plunschen ausleeren

ausleeren

gerissene Muffe

die gerissene Muffe

braunes wasser

an Anfang braunes Wasser


  1. Hafenhans

    Wenn ich jetzt 2 Wochen Urlaub hätte, würde ich mir das
    mal alles durchlesen.Gruß Hansi

    Antworten
  2. comment by losmuchachos
    el muchacho

    Hallo Hafenhans,

    Danke für deinen interessanten Kommentar 😉

    Die Seite ist für dich also doppelt hilfreich:

    1.) Du weißt endlich was du im Urlaub machst

    2.) Du erkennst, dass wenn du keine Zeit hast das durchzulesen, dann hast du schon gar keine Zeit einen Brunnen zu bohren.

    lg

    Antworten
  3. dermitdembrunnenkämpft

    das ist doch endlich mal ein bericht den ich gesucht habe.

    super kann ich nur sagen. echt filmreif 😉

    Antworten
  4. Linpo

    Hi,

    Danke für den tollen Bericht, das gleiche, bloß mit 30% aufwand habe ich gerade hinter mir.

    Dein Bericht tröstet und zeigt ‚Profis‘ dass es auch auf eigene Faust professionell geht.

    Greetz, Linpo

    Antworten
  5. Bodo Wilkens

    Hallo!

    Super Bericht! Vielen Dank dafür! Das Lesen hat Spaß gemacht.
    Ich bohre auch momentan. Bin bei 2,5 m! …in etwa 3 Stunden…
    Gebremst wurde ich durch einen Stein … mal schauen, wie es weiter geht.

    Ihr Brunnen ist ja inzwischen ein paar Tage alt. Ich hoffe er liefert noch Wasser!

    Viele Grüße aus Braunschweig
    Bodo Wilkens

    Antworten
  6. Helmut

    Hallo!
    Superinteressante Geschichte! Vorallem die Details haben mich begeistert!
    Ich hab vor mir auch im Keller einen Brunnen zu bohren – hat jemand vielleicht gebrauchtes equipment zu verkaufen??
    lg
    Helmut

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  7. Rainer

    Gratuliere zu deinem köstlichen Bericht, du solltest ein Buch schreiben – du hast allemal das Zeug dazu! Ich habe mich bestens amüsiert dabei!
    lg Rainer

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  8. said abdessalem

    Hallo!
    Ich bin brunnenmacher von beruf ,prdfetionel ,Ich habe die zulassungsgenemigung fur eine bohrbrunnen firma zu machen . Hat jemand vieleicht bebrauchtes bohrmaschiner und equipement zuverkaufen oder mitzumachen .vielen danck fur das vertraun…. und viele grusse aus sousse in tunesien ……………said abdessalem

    Antworten
  9. said abdessalem

    Hallo!
    Ich bin brunnenmacher von beruf ,prdfetionel ,Ich habe die zulassungsgenemigung fur eine bohrbrunnen firma zu machen . Hat jemand vieleicht bebrauchtes bohrmaschiner und equipement zuverkaufen oder mitzumachen .vielen danck fur das vertraun…. und viele grusse aus sousse in tunesien ……………said abdessalem ……………contact Tel:0021698 558 561

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  10. Inder

    Ihr Hurensöhne habt jetzt mal Sendepause! Ihr seid ja so behindert kauft euch ein Leben! Oder eine Nutte, damit ihr beschäfigt seid und nicht mehr so einen Scheiß von euch geben müsst!

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