Die Sache mit dem Wasserdampf

Dampfsperre, Dampfdiffusion, Unterspannbahn, diffusionsoffen, atmende Wände. Wunderschöne Begriffe, die man immer wieder mal hört. Weniger schön, wenn man sie nicht beachtet. Dampfdiffusion ist wahrscheinlich die Ursache für die häßlichsten Bauschäden überhaupt. Erklärungen sind teilweise schwer zu bekommen. Im Baumarkt wurde versucht mir eine Dampfsperre als diffusionsoffene Spannbahn zu verkaufen (ist genau ca. das Gegenteil), selbst Fachleute haben manchmal keinen blassen Schimmer worum es geht. Dabei ist die Sache nicht so schwierig, wenn man sie mal verstanden hat.

Dampf

Erst mal eine einfache Beschreibung worüber wir hier sprechen. (Wasser-)Dampf (wie wir ihn hier verwenden) ist „gasförmiges“ Wasser in der Luft. Dieser ist immer und überall vorhanden und farb- und geruchlos. Das was vom heissen Suppenteller aufsteigt und weiss ist ist KEIN Dampf, sondern eigentlich Nebel, also kleine Tröpfchen in der Luft. Luft ist in der Lage eine gewisse Menge Wasserdampf aufzunehmen. Wenn nix mehr geht, dann ist die Luft gesättigt und es liegt eine relative Luftfeuchtigkeit von 100% vor. Wenn noch mehr Wasser vorhanden ist, dann kann dieser nicht mehr als Dampf gelöst werden, sondern kondensiert zu kleinen Tröpfchen und wird Nebel.Wieviel Dampf die Luft aufnehmen kann hängt in unserem Fall vor allem von der Temperatur ab. Kalte Luft nimmt weniger Wasser auf, als warme. Das ist der Grund warum sich Nebel in der Natur meist in der Nacht bildet. (Weils in der Nacht kälter ist). Warme Luft nimmt mehr Wasser auf. Wenn man in einem Raum z.B. 20° hat und die Luftfeuchtigkeit 60% beträgt, dann gibt es eine Temperatur, bei der die Luft gesättigt wäre. Kühlt man die selbe Luft noch weiter ab, dann kommt es zur Nebelbildung. Diese Temperatur nennt man den Taupunkt.

Problematik in Bauwerken

In einem Gebäude entstehen beträchtliche Mengen an Wasserdampf. Menschen und Tiere geben Wasserdampf ab, Kochen und Wäschetrocknen erzeugt zum Teil enorme Mengen Wasserdampf. Dieser Dampf befindet sich in der Luft und kann Bauteile durchdringen. Er kann also z.B. durch die Ziegelwand nach außen gelangen. Draußen ist es aber mitunter deutlich kühler. Der Dampf kühlt also auf seiner Reise nach außen ab. Wird jetzt der Taupunkt unterschritten, dann ist der Dampf gesättigt und fällt als Wassertröpfchen aus. Das kann dann in ganz unschöner Weise einen Bauteil durchfeuchten.Nun spaziert natürlich so ein Dampf nicht in den Bauteilen herum, als ob nix wäre, sondern unterschiedliche Baustoffe lassen Wasserdampf unterschiedlich leicht ein- / durchdringen. Dies bezeichnet die Dampfdiffusionswiderstandszahl eines Baustoffes. Das Ganze wird als μ angegeben. Auf die verwendete Dicke bezogen ergibt das eine Angabe in Metern. Die Angabe entspricht der Luftdicke, die den selben Widerstand hätte.

und die Praxis

Das ganze klingt jetzt furchtbar. Horrorbilder von durchnäßten und vergammelten Wänden findet man jede Menge, aber es besteht prinzipiell mal kein Grund zur Panik. (Meistens sollen diese Bilder für ein Markenprodukt oder einen Fachmann werben, was völliger Blödsinn ist, weil Markenprodukte genauso falsch verbaut werden können und ich hab schon so viel Unsinn von Fachleuten gesehen, dass ich zu behaupten wage, dass ein nachdenkender Heimwerker sich hier oft auf der sichereren Seite bewegt als so mancher Fachmann.) Viele Häuser wurden gebaut und stehen noch. Erst mit neueren Entwicklungen bei denen Baustoffe mit recht unterschiedlichem Diffusionsverhalten in Wandaufbauten verarbeitet wurden, kam es zu Problemen. Um das ganze kontrollierbar zu machen, wurden Berechnungsmethoden entwickelt, wo bei welchem Wandaufbau kritische Stellen sein können. Hier wird mit Hilfe von Grafiken bestimmt wie die Temperatur in der Wand abfällt, wo der Taupunkt erreicht wird, wieviel Feuchte eingetragen wird, wieviel abtrocknen kann usw. Heute ist diese Methode bereits wieder umstritten und es werden andere aber noch recht unbekannte Methoden entwickelt. Auf jeden Fall ist das alles recht kompliziert.

und was heißt das für mich ??

Bei allen Bauteilen in denen Temperaturübergänge stattfinden können Probleme dieser Art auftreten. Primär gehts also um Decken, Außenwände, Dachschrägen usw. Hier kann man sich von einem Bautechniker bei jeder Änderung eine genaue Auswertung mit dem Feuchtigkeitsverhalten rechnen / zeichnen lassen, man kann sich in die Methode einarbeiten und diese Berechnungen selber durchführen, oder man machts mit Hausverstand. Ich bevorzuge die letzte Methode und hab bis dato noch keine Probleme gehabt, will sie jedoch keinem empfehlen. Es gibt aber jede Menge bewährte Aufbauten von Wänden, Dächern etc. bei denen man bereits weiß, dass sie funktionieren.Probleme treten auf, wenn der Taupunkt in einem Material erreicht wird, wo vielleicht auch eine Abtrocknung schwer möglich ist. Das ist insbesondere der Fall, wenn innen ein diffusionsoffeneres Material verbaut wird, als weiter außen. Durch das Material, kann also recht ungehindert Dampf eintreten und kondensieren. Ist dann außen noch eine dampfdichte Schicht darüber, dann kanns eng werden. Mit der Grundregel, nach außen immer diffusionsoffener zu werden ist man schon mal auf keinem schlechten Weg. Standardproblematik ist beispielsweise die Dämmung von Althäusern. Hier besteht die Möglichkeit einer Innendämmung oder einer Außendämmung. (Auf die Problematik Innen- oder Außendämmung gehe ich hier nicht näher ein!). Außen ist es recht beliebt Styropor drauf zu klatschen und fertig. Problem ist aber, dass Styropor deutlich diffusionsdichter ist, als Ziegel. Früher waren Dämmstärken von ca 5cm recht beliebt. Jetzt kam es durchaus dazu dass genau innen an dieser Styroporschicht im Winter gerne mal der Taupunkt lag. So durchfeuchtete bespielsweise die Kleberschicht und das Verhängnis nahm seinen Lauf. Anders die Innendämmung (wozu ich auch die Holzriegelbauweise bzw. Dachschrägendämmung zähle, weil die Problematik ähnlich ist). Hier wird ganz gerne mal zu Glaswolle gegriffen. Wenn jetzt weiter außen eine dichtere Schicht ist (Dachdeckung, Mauer, Holz etc.) dann kann man da binnen weniger Jahre einen schönen Totalschaden produzieren. Sehr häufig gehen auch Konstruktionen die völlig daneben gegriffen sind überraschenderweise gut. Trotzdem kam man zunehmend dahinter, dass es da Handlungsbedarf gab. Heute gibt es also Dampfbremsen, die innen verbaut werden und so den übermäßigen Feuchtigkeitseintrag verhindern, es gibt diffusionsoffenere Styroporplatten (von denen ich nebenbei erwähnt nix halte, sind einfach Syroporplatten mit kleinen Löchern und deutlich teurer), es gibt diffusionsoffene Dämmplatten aus Glaswolle, die wie Styropor aufgeklebt und verputzt werden können, es gibt diffusionsoffene Spannbahnen statt Dachpappe usw. Alles in allem ausreichend Möglichkeiten das ganze richtig zu machen, wenn man weiß wie.

häufige Heimwerker-Konstruktionen

Häufig gehts um Dämmung. Also machen wir mal eine

Innendämmung

Hier wird ganz gern Glaswolle verwendet die extrem diffusionsoffen ist. Vorteil ist, dass sie relativ leicht auch vom Laien fugenfrei verlegt werden kann. Ohne eine ordentliche Dampfbremse ist das ganze der reine Wahnsinn. Aber auch bei der Dampfbremse muss man daran denken, dass es häufig im Bereich von Wandanschlüssen oder Elektroinstallationen zu Undichtigkeiten kommt. Ich persönlich würde daher eine Innendämmung ohnehin nur mit diffusionsdichtem Material machen (also Styropor). Theoretsich braucht man dann innen auch keine Dampfbremse mehr, aber das muss jeder selber entscheiden. Hier gibts auch fertige Platten, die aus Dämmung, Dampfsperre und Rigips bestehen und direkt an die Wand geklebt werden. Ich hab Styroporplatten geklebt und darauf Rigips ebenfalls geklebt. Dazwischen keine Dampfsperre. Ich hab kein schlechtes Gefühl dabei, habe aber sehr auf völlige Fugenfreiheit der Styroporschicht geachtet. 

Dachschräge dämmen

Eine Dachschräge wird normalerweise mit Glaswolle (oder einem ähnlichen diffusionsffenen Material) gedämmt. Also ist innen mal eine Dampfbremse ein Muss! Nach der Dämmschicht, die üblicherweise in mehreren Lagen zwischen Holzlattung ausgeführt ist braucht man eine ordentliche Hinterlüftung, durch die Feuchtigkeit außen abtrocknen kann. Bei modernen Dachkonstruktionen ist diese hinterlüftete Ebene zwischen Dachschalung und Dachdeckung ausgeführt. Hier gilt es zu beachten, dass nicht jedes „Kaltdach“ (Dächer mit Holzschalung) ein hinterlüftetes Dach ist. Hinterlüftet ist ein Dach nur, wenn es zwischen Dachdeckung und Holzbrettern einen Luftraum gibt, der vertikal durchströmt werden kann und entsprechende Zu- und Abluftmöglichkeit hat. Die Bretter müssen mit Abständen verlegt sein und darüber muss eine „diffusionsoffene Unterspannbahn“ verlegt sein. Eine schwarze Dachpappe ist dicht und macht jede Hinterlüftung völlig unwirksam. Moderne Unterspannbahnen sind diffusionsoffen, jedoch regen- und windfest.Sollte man ein Dach haben, bei dem noch keine Hinterlüftung besteht ist unbedingt eine solche vorzusehen. Früher hat man gerne von innen Glaswolle bis an die Dachdeckung gestopft und dann zugemacht. Das wird nix !!! Eine Hinterlüftung ist auch nachträglich möglich, ohne das Dach neu einzudecken. Man kann Bahnen einer diffusionsoffenen Unterspannbahn zwischen den Sparren befestigen und dahinter dämmen. Zu- und Abluft berücksichtigen (am besten mit Insektenschutz) und so kann man auch bei einem alten „nicht Kaltdach“ relativ einfach nachträglich dämmen. Im Internet findet man Querschnitte von den verschiedensten Aufbauten. Wichtig ist, dass man erst einmal das Prinzip verstanden hat.

atmende Wände

Schon mal eine Wand atmen gesehen? Trotzdem legt jeder Wert auf atmende Wände (interessanterweise meist nur beim Kauf einer Wandfarbe), obwohl kaum einer weiß, was das ist. Prinzipiell sollte man darauf achten seine Gebäudeaußenhülle möglichst winddicht zu bekommen. Es sollte also möglichst keine Stellen geben, wo Luft durchpfeiffen kann. Dabei unterstützen uns auch korrekt verlegte Dampfbremsen und Unterspannbahnen. Eine atmende Wand ermöglicht also keinen Luftaustausch! Vielmehr ist es von Vorteil, wenn eine Wand feuchtigkeitsregulierend ist. Baustoffe wie Ziegel, Putz usw. können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Das Ganze trägt bis zu einem gewissen Grad zu einem angenehmen Raumklima bei. Hier sind alte Wandkonstruktionen mit ordentlichen Ziegelwänden klar im Vorteil. Bei einer solchen Wand macht es auch Sinn sich diesen „Feuchtigkeitspuffer“ nicht durch einen diffusionsdichten Anstrich (Dispersionsfarbe) zunichte zu machen. Bei Aufbauten, wo sich unmittelbar hinter einer Rigipsplatte eine Dampfbremse befindet, da braucht man erst gar nicht zu beginnen mit Kalk- und Mineralfarben rumzukleckern, weil die Rigipsplatte wird kaum ein „atmen“ der Wand ermöglichen…. Atmen ist natürlich auch bei Fliesen, Holzböden usw. nicht möglich. Ein echter Abbau von Feuchtigkeit nach Außen ist bei modernen Häusern nicht möglich. Wandkonstruktionen sind heute praktisch alle diffusionsdicht. Auch früher wurde die Feuchtigkeit eher durch undichte Fenster, als durch die Außenwand abgegeben. Eine Form der Atmung die sich heute keiner mehr wünscht. Damit ist aber das Lüften umso wichtiger geworden.

und die üblichen „Gefahrenhinweise“

 So mancher Bautechniker, der sich bei diesem Thema auskennt wird die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Ich möchte hier keine Empfehlung abgeben, sondern lediglich auf die Problematik aufmerksam machen. Ob man sich jetzt von einem Fachmann beraten läßt, oder auf eine bereits erprobten Aufbau zurückgreift muss jeder für sich entscheiden. Ich habe mittlerweile schon 2 Innendämmungen vom Baumeister ohne Dampfbremse gesehen, auch Fachleute haben als zum Teil keinen Tau….Fazit: An bewährte Konstruktionen halten, Dampfbremsen möglichst exakt und dicht verlegen, vorher genau nachdenken und sich nicht vom Baumarktverkäufer das falsche Produkt andrehen lassen, dann kann schon FAST nix mehr schiefgehen…


  1. Markus

    Wir haben bei unserem 3 jährigen Haus mit vermeintlich hinterlüfteten Dach zwischen einem Sparrenpaar Eiszapfen an den unteren Lüftungsblechen. Es liegt wohl in der Verlängerung eines eingebauten Schrägfensters. Unabhängig davon: Tritt vom Dach Wasser ein oder ist das eher Kondenswasser? Besteht Handlungsbedarf?

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    1. comment by losmuchachos
      el muchacho

      also vorerst, auch wenn ich diese antwort in foren immer furchtbar finde (aber um mir ein paar böse mails zu ersparen), das ist eine sache für den fachmann.

      meine laienhafte meinung ist diese:
      bist du sicher, dass da nicht vom dach was hinkommt, oder von der dachrinne etc. kommt die feuchtigkeit definitiv aus dem lüftungsblech (ich nehme an du meinst den vogel- und insektenschutz vor der hinterlüftung). wenn das haus 3 jahre ist, dann wurde auch das dach hinterlüftet. vor 3 jahren hat das jeder gemacht !

      wenn die sache vorne bei der hinterlüftung rausrinnt, dann ist die feuchtigkeit offensichtlich zwischen unterspannbahn und dachdeckung und rinnt die unterspannbahn hinunter (zumindest ist das die plausibelste lösung, die mir einfällt). in der hinterlüftung kondensiert aber nix mehr. also ist meine ferndiagnose, dass es sich um eine undichtigkeit handelt. nachdem das ganze unterhalb eines fensters ist, was ja gerne eine schwachstelle beim dach ist würde ich auch genau dort zu suchen beginnen.
      nachdem anscheinend das wasser von der unterspannbahn aufgefangen und nach unten geleitet wird würde ich keine panik bekommen. blöder wärs wenn das wasser weiter ins dach eindringt. ich bin aber trotzdem der meinung dass ein dach 100% dicht sein sollte. da tut man seinem haus schon was gutes. sobald also kein schnee mehr am dach liegt würde ich mal drüberschauen. vielleicht findest du ja schon selber eine stelle beim dach, wenns nur ein dachziegel etc. ist kann man den auch selber wechseln, wenns die fenstereinfassung ist gehört ein fachmann her.
      hoffe ich habe dein problem richtig verstanden, alles gute und lg

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  2. Markus

    Vielen Dank el muchacho!

    Ich werde das Dach kontrollieren! Ich habe nun noch gesehen, dass beim Nachbarhaus (genau gleich gebaut) an derselben Stelle ebenfalls Eiszapfen hängen, aber viel kleinere. Vielleicht ist es auch eine Kombination zwischen zu kurzer Hinterlüftungs“bahn“ und Undichtigkeit…

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  3. Reinhard

    Ein toller Beitrag – Danke. Als (Bau)physiker gefällt mir, dass er so undokmatisch geschrieben ist und viel wahres kompakt und leicht verständlich vermittelt. Und natürlich gefällt mir der Hinweis, dass das schwächste Glied in der Kette die Verarbeitung ist. Meine Erfahrung mit Handwerker-„Fach“betrieben und Baumarktverkäufern ist grauenvoll.

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    1. comment by losmuchachos
      admin

      das freut mich natürlich schon sehr 😉 solch ein lob von einem fachmann. ich bekomme ja sonst nicht nur positive kritik bei solchen themen 😉

      danke / lg

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  4. Heiderose

    Hallo!
    DER Bericht ist GENIAL!

    Aber es bleibt mir immer noch die Frage:
    Ich habe einen 50 m² Spitzboden, der nur im Entenwatschelgang begangen werden kann, als Stauraum interessiert er mich auch nicht – aber ich will ihn dämmen.
    Mein Dach ist auf der einen Seite mit Holzpaneelen verkleidet (Warmdach, nennt sich das glaub ich, auf der anderen Seite eine Unterspannfolie, allerdings nicht sonderlich dicht, an mindestens 2 Stellen müsste ich nachbessern.
    Zwischen den Deckenbalken befindet sich schwarze Erde (hier nennt man sie Brasche). Das Haus ist Baujahr Anno Tubak, mit Fehlbodendecke.

    Unten dem Spitzboden befinden sich 2 Kinderzimmer, 1 kleines Gästezimmer und mein Schlafzimmer.

    Muss ich jetzt definitiv eine Dampfsperre oder Diffusionsfolie oder am besten gar nichts unter die Stein-/Glaswolle 180 mm – legen? MIr sagt mein Gefühl, wenn ich auf die Deckenbalken eine Dampfsperre und dann die Dämmwolle drauflege, ist der Taupunkt unter der Folie, in der Brasche… was Ärger bedeutet.

    Lege ich aber nur die Dämmwolle auf die Brasche kann die Luftfeuchtigkeit durchziehen und sich nirgendwo festsetzen.

    Ich war in drei Baumärkten und habe natürlich 5 verschiedene Antworten bekommen, wobei auch nicht so unterschieden wird zwischen Dampfsperre und Dampfbremse.

    Im Keller „klatsche“ ich 10 cm – dicke Styroporplatten an die Decke und lüfte jeden Tag 30 Minuten durch, da dürfte ja nix passieren….

    Ich bin sehr gespannt auf eine Antwort!

    Sonnige Grüße aus dem Saarland

    Antworten
    1. comment by losmuchachos
      admin

      Hallo Heiderose,

      1. Danke.
      2. Ich muss wieder mal betonen, dass ich weder Bautechniker noch Physiker noch sonst was bin, sondern hier ausschliesslich die Meinung eines interessierten Laien abgeben kann.
      3. ich verstehe deine Beschreibung nicht ganz. (Aber das geht mir bei fast jeder Anfrage so 😉 „Auf der einen Seite sind Holzpaneele, auf der anderen Seite eine Unterspannfolie.“??

      Im Prinzip glaube ich aber trotzdem zu wissen worum es geht. (Im Endeffekt ist hier der Dachaufbau eh net so wesentlich. Ich würde eine Dampfbremse drauflegen und dann ordentlich Wolle. Je mehr Wolle du darauf machst, desto weiter nach aussen wandert der Taupunkt. Mit 18cm bist du auf jeden Fall in der Wolle also hinter der Dampfsperre und somit auf der sicheren Seite. Es gibt Materialien, die angeblich ein so tolles Feuchtigkeitsverhalten aufweisen, dass das mit dem „abdampfen“ funktioniert. Z.B. sagt man das von Schafwolle. Hier ist anscheinend keine Dampfsperre nötig, weil sie auch bei Durchfeuchtung den Wärmedämmwert hält und schadlos wieder abtrocknet. Ob Das wirklich so ist weiss ich nicht, ich weiss aber, dass es bei Glaswolle nicht so ist. Also auf JEDEN Fall eine Dampfbremse. Wenn Dampfbremse und Dampfsperre in Aussagen ähnlich behandelt wird, dann ist das schon in Ordnung, weil eine Dampfsperre einfach eine Dmapfbremse mit sehr hohem Dampfdruckwiderstand ist (glaube ab 200m sagt man Dampfsperre, bin aber nicht mehr sicher). Funktion ist aber die selbe. Ein Bautechniker könnte dir genau ausrechnen wieviel Meter du brauchst und dann kannst du die Dampfbremse entsprechend dimensionieren. Rein gefühlsmäßig würde ich sagen, dir reicht schon eine Dampfbremse mit ein paar Metern sd Wert.

      Keller ist Standardlösung und funktioniert auch wenn man nicht täglich lüftet. Allerdings gehe ich da davon aus, dass du eine Betondecke hast. (hat man Anno Tubak schon betoniert 😉 Falls es eine Holzdecke ist ist die Sache etwas komplizierter.

      LGM

      Antworten
  5. Heiderose

    Ganz herzlichen Dank für die ultraschnelle Antwort!!!

    Zu 2: Ist mir bewusst, aber allein schon die o. g. Ausführungen haben mir mehr vermittelt als das „Fachpersonal“.

    Zu 3: Genauso ist es – nach Strassenseite sind Holzpaneelen, nach Gartenseite sieht man die Unterspannfolie. Da auf jeder Seite auch 1 Dachgaube ist, hatte ich so meine Probleme die Geometrie auf dem Dachboden zu verstehen 😉 – denn von außen ist es ein „normales“ Giebeldach, mit je einer Dachgaube vorne und hinten.

    Wenn ich es richtig verstehe, brauche ich die Dampfsperrfolie einfach nur auf den Boden legen, die Steinwolle drüber – fertig?

    Das Hauptproblem: ich kann nicht überall rumkrabbeln und die Folie richtig dicht verarbeiten (kleben usw.) – weil ich sonst durch die Decke krache – es sind nur Rigips-Platten und Latten unter der Brasche, über den Gauben nur Rigipsplatten.

    Ja, Keller ist Betondecke – unproblematisch.

    Schönen Sonntag!

    Antworten
  6. Phillip Skacel

    Für einfache Bauphysikalische Berechnungen (U-Wert, Dampfdiffusion, Taupunkt) kann ich das Programm A.T.O.N. nur empfehlen!

    Hiermit lassen sich wirklich einfach sämtliche Wand,-Decken, Dachaufbauten mittels einer inkludierten Baustoffdatenbank, oder aber mit selbst eingetragenen Werten erstellen und berechnen.

    Das Programm (Freeware) ist intuitiv zu bedienen aber auch mit einer guten Hilfefunktion ausgestattet.

    Damit sollte es auch (fast) jedem Laien möglich sein Aufbauten auf ihre bauphysikalische Funktion und Sinnhaftigkeit zu überprüfen 😉

    A.T.O.N.

    Antworten
  7. Phillip Skacel

    Tjo, das mit dem Link hat leider nicht ganz hingehaut. Wenn man den letzte Schrägstrich wegtut, dann gehts…

    –>A.T.O.N.

    Antworten
  8. emschermann

    2 fragen zu diesem thema:

    1. habe einen altbau flachdach
    schichtaufbau von innen nach aussen
    rigibs
    30 cm mineralwolle
    schalung 2 cm
    und dachpappe und darauf zinkdach
    ergebnis – es tropft bei schnee

    frage zur richtigkeit der sanierung:
    – dampfsperre von unten an die decke mit einem sd wert von 10.000
    – oben löcher ins blech und pappe und holz 3 pro qm durchmesser
    10 cm zum ablüften
    kann auch hier kwl einbauen wenns sein muss

    2. normales dach
    – rigibs
    – dampfsperre sd 12 schlecht verarbeitet
    – 15 cm styropor alukaschiert – aber auch nciht sauber verarbeitet
    – schalung
    – pappe
    – lattung und dachpfannen

    lösungsvorschlag: – von innen auch streichen mit sd 10.000
    und ggf. kwl einbauen

    Antworten
    1. comment by losmuchachos
      admin

      Also ich bin kein Fachmann und wahrscheinlich wirst du zu diesem Aufbau auch keinen finden, der dir eine vernünftige Auskunft gibt. Deine Flachdachlösung klingt solide, aber nicht ganz billig. Beim normalen Dach ist das schwierig. Deine Lösung wird wohl Verbesserung bringen und sie ist leicht durchführbar. Ob es allerdings eine Konstruktion wird, die 100% ok ist wage ich zu bezweifeln, allerdings stehen sehr viele Häuser rum, bei denen nichts 100% ok ist und die auch funktionieren.

      Antworten
  9. Uwe Santer

    Hallo,ich möchte mein Dachausbau ergänzen. Meine jetzige Dämmung sieht wie folgtr aus:Von aussen nach innen. Dachziegel mit Pappdoggen.
    Dachlatten, 8 cm Styropor, darauf Holzvertäfelung. Kann ich darauf eine Rigipsplatte mit Styropor verarbeiten? Rigips und Styropor ca 3 cm . Ich denke eine Belüftung findet genug statt. Geht das so wie ich mir das denke? Danke für Ihre Rückantwort
    L.G.
    Uwe Santer

    Antworten
  10. Uwe Santer

    Hallo Ihr Lieben, könnt Ihr mir eine Antwort geben.?

    Danke für Eure Mühe.

    Uwe Santer

    Antworten
  11. muchacho

    Ich nicht ! Zum einen kann ich deine Pappdocken Sache überhaupt nicht abschätzen. Zum anderen halte ich deine jetzige Konstruktion schon für recht schlecht belüftet. Da was mit Styropor drauf zu geben und zu glauben es ist ausreichend belüftet scheint mir mehr als gewagt.

    Trotzdem KANN deine Konstruktion funktionieren, weil das Styropor als Dampfbremse fungiert. Im Prinzip sollte also die Gesamtkonstruktion nicht viel schlechter werden, als sie ohnehin schon ist. Da zuverlässige Aussagen zu treffen, da wird sich wohl kaum ein Profi drübertrauen. Wenn du wo Tauwasser hast kann dir die Dachstuhlkonstruktion binnen weniger Jahre ordentlich Schaden nehmen. Sorry. Ich mache durchaus auch mal gewagte Aussagen aber dazu kann ich wirklich nicht sagen, was irgendwie fundiert wäre….

    Antworten
  12. muchacho

    und warum nur 3 cm ? Wenn du innen 10cm drauftust und dann eine ordentlich verklebte Dampfbremse und darauf Rigips hätte ich ein deutlich besseres Gefühl…

    Antworten
  13. Uwe Santer

    Hallo Ihr Lieben Muchachos,danke für Eure klare Antwort. Ich werde wie folgt verfahren: Meine jetzige Konstruktion abreißen. 1. Dann unter die Dachlattung von innen ein Dampf durchlässiges Material verlegen, 2. 15 cm Mineralwolle anbringen .3. Eine Dampfbremse verkleben . 4. Mit Rigips verkleiden. Ich hoffe so wird es gelingen das keine Schäden durch Tauwasser entstehen. Ok.? Bitte kurz kommentieren. Danke.

    Liebe Grüße

    Uwe Santer

    Antworten
  14. muchacho

    Hallo !

    genau so soll das sein 😉

    als „erste“ Schicht unter der Dachdeckung gehört eine diffusionsoffene Unterspannbahn. Zwischen Dachdeckung und Unterspannbahn sollte allerdings eine Hinterlüftung bestehen. Also man muss einen Luftschlitz machen, der das gesamte Dach hinterlüftet.

    Idealerweise macht man das von aussen mit einem Kaltdach, das funktioniert aber auch von innen. Ich hab das bei einem alten Haus genauso gemacht. Dazu habe ich innen an die Dachlattung noch mal Dachlatten senkrecht befestigt, das ganze in so kleinen Abständen, dass die Glaswolle nicht die Unterspannbahn bis an die Dachdeckung drücken kann. Dann Glaswolle vorsichtig zwischen den Sparren reinschieben.

    Laut Norm braucht man sehr viel Hinterlüftung. In meinem Fall wären es 6cm oder so gewesen, die hab ich nicht durchgehend. Ich glaube aber, wenn man einen ordentlichen Luftschlitz lässt und dieser von oben und unten nach aussen (oder in den Dachboden etc.) offen ist, dann kann die wenige Feuchtigkeit die dort anfällt auf jeden Fall gut ablüften und darum geht es.

    Die Dampfbremse dann noch sauber verarbeitet, dann hast du eine richtig gute und ordentliche Lösung !!!

    Antworten
  15. Uwe Santer

    Hallo lieber Muchacho, danke für Deine schnelle Antwort. Endlich mal jemand der Ahnung hat. Ich werde Deinen Rat befolgen.

    Liebe Grüße

    Uwe Santer

    Antworten
  16. t.sch.

    Hallo,
    leider habe ich ohne vorher Ratschläge einzuholen, die Zimmerdecke (oberhalb sind ebenfalls Wohnräume) mit 10 cm Styropor gedämmt (Verklebung mit Fliesenkleber). Auf diese dann noch Zierstyroporplatten (5mm) aufgeklebt (Styroporkleber). Eine Seite ist dadurch, mit der Stirnseite in Verbindung zu einer Außenmauer (ca. 30cm Ziegel, ungedämmt).
    Kann es dort zu einem Kondenswasserproblem kommen und somit zu Schimmelbildung?
    Danke,
    T.Sch.

    Antworten
    1. comment by losmuchachos
      el muchacho

      Also würde mir jetzt gefühlt nicht besonderes Stress machen…

      Antworten

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