Kaufen, sanieren oder bauen ??

Jedem Immobiliensuchenden stellt sich irgendwann die Frage ob man eine Immobilie am besten neu kauft, saniert oder selber baut. Vielleicht kommen aber auch mehrere Varianten in Frage. Hier meine persönliche pro/contra Liste.

Neue Immobilie kaufen

Die scheinbar sorgenfreie Variante, die dann doch nicht immer so sorgenfrei ist. Häufig wird die Immobilie erst gebaut. Findet der Bauträger dann nicht genug Kunden, wird auch mal ein Jahr später oder gar nicht gebaut. Ärgerliche Sache, wenn man schon mit Einrichtungsplänen beschäftigt ist. Die Lagen sind häufig eher bescheiden, gute Lagen praktisch unleistbar.
Grösstes Problem ist aber, dass die Kosten immer deutlich höher ausfallen, als ausgepriesen. Neben den üblichen Nebenkosten wie Notar, Grunderwerbsteuer etc, die wenigstens dank Konsumentenschutz angegeben werden, verschätzt sich wohl ein Grossteil der Kunden bei den „nebenbei“ anfallenden Kosten. In der Grundausstattung findet man lieblos, weisse Fliesen und den billigsten Parkettboden. Will man hier vielleicht ein wenig Individualität, muss man tief in die Tasche greifen. Eigenleistung gibt es sowieso nicht, weil die Professionisten, ja vom Bauträger gewählt und organisiert werden. So muss man sich den Preisen beugen und hier wird richtig zugelangt. Ein befreundeter Installateur hat mir erzählt, dass bei grossen Objekten praktisch zum Selbstkostenpreis angeboten wird, um den Auftrag zu bekommen und an den Änderungswünschen dann verdient wird.
Bei einem drastischen Fall aus dem Bekanntenkreis hat der Aufpreis bei der Elektrik für eine 70m2 Wohnung satte 20.000 Euro gekostet. (KNX System)

Wer eine Neubauimmobilie kaufen will sollte es sich 3x überlegen. Für echte Selbermacher stellt sich die Frage ohnehin kaum. Wenig werthaltige Immobilien zum überteuerten Preis.

Alte Immobilie kaufen

Hier beginnt das DIY geneigte Herz höher zu schlagen. Bei Sanierung zählt Eigenleistung. Professionisten sollte man sich nur für einzelne Gewerke leisten und auch da ist Mithilfe und Eigenengagement immer gefragt. Wer den Willen und die Zeit hat kann so aus echten Preisschnäppchen kleine Schmuckstücke machen. Je nach Geschmack kann man hier vom praktisch einzugsfertigen Häuschen bis zur Totalrenovierung alles haben und die Preise sind durchwegs interessant. Das wichtigste aber ist, dass hier häufig Lagen zu bekommen sind, die es anders gar nicht mehr gibt. Sei es Alleinlage am Waldrand oder schöne Stadtlage mit Garten, als Baugrund bekommt man so etwas kaum.

Eine alte Immobilienregel lautet, dass man beim Immobilienkauf 3 Dinge beachten muss. Nämlich Lage, Lage und Lage. Und diese Regel stimmt auch. Bei renovierungsbedürftigen Häusern zahlt man teilweise nicht mal den Grundpreis und Sanieren mit Eigenleistung ist immer noch um vieles billiger als jeder Neubau. Ist man gewillt etwas aufwändiger zu sanieren, erreicht man auch mit sanierten Häusern beste Wohnqualität und höchsten Energiestandard, hier sind keine Kompromisse notwendig.
Der Selbermacher kann hier richtig gutes Geschäft machen und sich vielleicht einen Wohntraum erfüllen, der anders unfinanzierbar wäre. Einen guten Überblick was am Markt so zu haben ist kann man sich auf Immobilienplattformen wie Immbilienscout24 machen.

Selber Bauen

Die letzte Alternative ist selber bauen. Auch hier zählt Eigenleistung. Praktisch jede Baufirma erlaubt heute das Bereitstellen von Helfern etc. So lässt sich durchaus noch viel Geld sparen. Die Zeiten wo man in 10 Jahren völlig in Eigenleistung ein Haus gebaut hat sind heute eher vorbei, aber mit etwas Zeit, gutem Know How (z.B. von dieser Homepage) und etwas Organisationstalent kann man in vernünftiger Zeit ein Haus in perfekter Qualität bauen, und sich im Vergleich zum tatenlosen „Bauen lassen“ durchaus auch 6-stellige Summen sparen kann.

Problem ist, dass auch hier die Kosten praktisch immer unterschätzt werden. Während man den Pool, die Gartenhütte und die Steinterrasse beim alten Haus nicht einmal beachtet, stellt man als Bauherr dann plötzlich fest, dass diese 3 Dinge von einer Baufirma durchaus mal 100.000 Euro kosten. Während man den schmiedeeisernen Gartenzaun beim Gebrauchtobjekt als Selbstverständlichkeit hinnimmt, kostet der neue hässliche Maschendrahtzaun gleich mal eine 5 stellige Summe. Den prächtigen Altbaumbestand im Garten wird man beim Neubau in 30 Jahren auch nicht haben, obwohl die kleinen Baumzwerge gleich mal 200 Euro pro Stück kosten.

Auch gute Gründe sind heute schwer zu bekommen und in wirklich guten Lagen kaum erschwinglich. So stehen dann die Neubauten leider doch meist in lieblosen Neubausiedlungen am Stadtrand.

Fazit

Je nach verfügbarer Zeit und Willen kann man mit Eigenleistung viel Geld sparen und auch die Qualität des Ergebnisses deutlich erhöhen. Mein persönlicher Favorit ist die Sanierung und für den Selbermacher wohl auch die beste Möglichkeit ein richtiges Schnäppchen zu machen.


  1. Roland

    Bei vielen bestehenden Häusern ist es auch so, das man ein großes Grundstück, also viel Garten zum Schnäppchenpreis bekommt. Bei neuen Wohnsiedlungen kann man sich einen großen Garten ja garnicht leisten und wird auch oft garnicht angeboten.

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  2. Jens

    Der Aussage im Fazit kann ich nur zustimmen. Die entscheidene Frage ist wieviel Geld man zur Verfügung hat.

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  3. Marina

    Ich würde jederzeit wieder ein gebrauchtes Haus kaufen. Mein Mann ging voll auf und hat fast alles selbst gemacht und ich selbst hab auch eine kreative und handwerkliche Seite an mir entdeckt, die richtig Spaß gemacht hat.

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  4. Vanessa

    Also selber bauen würde ich nie sondern nur fertig kaufen. So sieht man wenigstens an Ort und Stelle was man für sein Geld letztendlich bekommt.

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  5. Nona

    Ich finde die Infos und die Kommentare spannend! Ich bin nämlich mit meinem Mann dabei mich zu entscheiden, ob wir ein Haus bauen, ein altes kaufen oder uns eine Wohnung kaufen sollen. Aber die Entscheidung fällt uns momentan nicht so einfach. Bei Seg gibt es auch die Möglichkeit Anlegerwohnung zu erstehen, oder doch einen größeren Kredit aufnehmen und doch ein Haus bauen/sanieren. Einerseits tendieren wir auch dazu ein Haus zu bauen, aber andererseits hat auch ein altes Haus etwas schönes, natürlich kann das eventuell auch sehr viel Arbeit bedeuten!
    Ich werde noch etwas weiter recherchieren und dann schau ma mal weiter …

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