Schutzblech aus Holz fürs Rad – schön, stabil und einfach zu machen

Schutzholz statt Schutzblech. Holzkotflügel sind vielleicht nicht gerade typisch für Losmuchachos, wo sonst eher gebaut als gebastelt wird, aber manchmal soll man auch etwas Sinn fürs feinere Handwerk zeigen und obendrein sind die Dinger echt superschön geworden. Und gemacht sind sie überraschend schnell und einfach. So gehts (ohne die vielen Fehler, die ich gemacht habe)…

Schutzbleche (gerade solche zum Nachrüsten) sehen durch die Bank erbärmlich aus, sind wackelig und dann meist auch noch zu kurz etc. Also habe ich über Varianten nachgedacht, wie man selber ein Schutzblech fürs Fahrrad machen könnte und genau diese Nachteile vermeidet. Nachdem mein bastlerisches Materialienrepertoire begrenzt ist hat sich schnell Holz als die einzig vernünftige Wahl herauskristallisiert.

 


Vorbereitungen

Die runde Form lässt sich nur mit einem gebogenen Leimbinder wirklich gut herstellen. Also durch verleimen mehrerer Holzschichten in gebogenem Zustand. Ist der Leim trocken, dann behält das Bauteil diese Biegung bei. Im Baumarkt hab ich mir 2 Streifen 5cm breites Sperrholz gekauft. 4mm war das dünnste, das ich bekommen hab. Es war das billigste Pappelsperrholz. Nachdem der fertige Kotflügel nicht zu dick werden sollte, hab ich nur 2 Schichten verwendet. Vermutlich ist es etwas besser dünneres Sperrholz zu verwenden und dafür mehrere Schichten zu verwenden, aber so war es völlig ausreichend.

Die Holzstreifen sollten also die richtige Länge und Breite haben. Auch im Vorfeld sollte man sich Gedanken machen wo man den Kotflügel befestigen will. Nachdem der Holzkotflügel extrem steif wird ist es nicht nötig ihn mit Streben zur Radmitte zu befestigen, wie das bei den anderen Kotflügeln nötig ist. Die Befestigung am Rahmen (2 x beim Hinterrad bzw. 1x beim Vorderrad) ist völlig ausreichend, wenn diese stabil ist.

Basteln der Form

Für die Verleimung muss das Holz in die richtige Form gebogen werden. Ich hab dazu einfach den Fahrradreifen verwendet. Das ist aus 2 Gründen nicht sehr optimal. 1. ist der Radius nicht ganz richtig. Der fertige Kotflügel hat einen gewissen Abstand zum Reifen und somit hat er einen größeren Radius als der Reifen aussen. Zweiter Nachteil ist, dass der Reifen im Querschnitt rund ist und man so das Holz sehr leicht etwas verdreht. Eine solche Verdrehung lässt sich im Nachhinein nicht mehr beheben. Will man also wirklich sauber arbeiten, dann ist es besser man baut sich eine Form. Am besten aus Styropor oder ähnlichem. Diese sollte in exakt dem richtigen Radius (also Reifenradius + Abstand) geschnitten und ev. etwas geschliffen werden, dann tut man sich leichter.

Leimen

Jetzt benötigt man eine Möglichkeit, wie man das Holz an die Form presst und so lange hält bis der Leim getrocknet ist. Ich habe das Holz mit Draht und alten Fahrradschläuchen fest an die Form (bei mir den Reifen) gewickelt, wovon ich ebenfalls aber abraten würde 😉 Eine solide Lösung mit Tischlerzwingen etc. wäre wohl etwas stressfreier zum Arbeiten, aber hier kann man Kreativität walten lassen.

Es werden also beide (oder noch mehr) Holzschichten vollflächig miteinander verleimt und fest an die Form gepresst. Dann lässt man den Leim gut trocknen. Nach dem abnehmen der Zwingen ist man gleich mal positiv überrascht. Die runde Form ist extrem verwundungssteif und stabil. Deutlich stabiler als diese käuflichen Plastikteile. Das Gewicht dagegen ist erfreulich gering.

Schleifen

Jetzt kann man das Teil beliebig schleifen. Durch das verschiedene Abschleifen der einzelnen Schichten bekommt man eine ganz tolle Optik. Ich hab hier nur mit der Hand und etwas Schleifpapier gearbeitet, wer will kann sich natürlich Formen als Schleifklotz basteln etc.

Befestigungen

Der Kotflügel muss am Rad befestigt werden. Einfach geht das mit kleinen Metallwinkeln etc. Auch hier darf man kreativ sein. Ich hatte leider bei meinem Rahmen sämtliche Befestigungsmöglichkeiten abgeflext, weil ich ursprünglich nicht vor hatte Schutzbleche zu montieren, aber mit etwas Improvisation kann man auch anders befestigen.

Endbehandlung

Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten der Endbehandlung. Die bessere ist ein Überzug mit dünnem Glasfasergewebe. Hier sollte man relativ dünnes Gewebe kaufen und beschichtet damit seinen Kotflügel mit Epoxidharz. Der Clou ist, dass diese Beschichtung extrem stabil, haltbar und wetterfest ist, jedoch praktisch nicht Sicht bar ist, also die Holzoptik voll erhalten bleibt. Ich hab auch eher gepfuscht und einfach klar lackiert, da aber einige mal mit Zwischenschleifen, wodurch auch ein sehr gutes Ergebnis zustande kam.

Dann wird das geniale Ding am Rad befestigt und das war’s. Aussergewöhnlicher Look bei toller Funktionalität. Die Dinger sind super stabil und steif und halten. Sehr nachbauenswert, mein Ergebnis ist recht zufriedenstellend, wenn man die oben beschriebenen Fehler vermeidet kanns nur noch besser werden. Mein Tipp ist vorher über die Befestigung nachdenken und sauber arbeiten, dann wird’s super !!!


  1. Geschenkemacherin

    Vielen Dank für die Idee und die Anleitung, dieses Schutzblech will ich auch!

    Und ich hatte mich schon damit abgefunden, dass ich beim Radfahren im Regen immer Dreckspritzer auf dem Rücken habe…

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  2. Artur S.

    Ich muss schon sagen: das hat Stil! Passt wahrscheinlich nicht zu jedem Rad aber bei dem abgebildeten Modell sieht es edel aus! Danke für die Anregung.

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