Welche Heizung ist die Beste ?

Eine der ersten Fragen, die sich jeder Häuslbauer stellt ist die Frage nach dem besten Heizsystem. Im Internet kursieren ja die interessantesten Berechnungen. Je nach dem wer die Rechnung durchgeführt hat „gewinnt“ so ziemlich jedes Heizsystem einmal, also habe ich meine eigene Berechnung durchgeführt. Daten wurden den verschiedensten Quellen entnommen und Einflussfaktoren vieler Berechnungsmethoden wurden aufgenommen oder auch ausgeschieden. Daneben gibt es dann noch viele Beweggründe, die nicht monetärer Natur sind, aber mindestens genauso wichtig. (Stichwort Heizkomfort, Umweltschutz usw.) Was ich hier vorstelle ist also nicht die Berechnung, weil diese sehr abhängig von lokalen Gegebenheiten, Förderungen usw. ist. (Ich verrate aber, dass meine Entscheidung zu Gunsten einer Grundwasser-Wärmepumpe gefallen ist und ich diese Entscheidung nicht bereue.) Vielmehr möchte ich Vor- und Nachteile der verschiedenen Heizsystem aufzeigen, die ein Abwägen für den Häuslbauer erleichtern soll.

Gasheizung

Ihr Ruf ist schlecht und wird nach jedem Streit zwischen Weissrussland und Russland schlechter, aber es gibt sie noch, die Gasheizung, und sie wird anscheinend auch im Einfamilienhausbau noch sehr häufig verwendet. Hauptgrund dafür ist eine gut funktionierende Heiztechnik, die in der Anschaffung günstig ist. Dem ohnehin unter Kostendruck leidenden Häuslbauer kommen also die paar Tausender, die er sich in der Bauphase sparen kann, gerade recht. Bei Billigprodukten ist eine Gastherme (Materialpreis nur für Therme) durchaus schon etwas über 1000 Euro zu haben.

Nachteile der Gasheizung

  • Gasleitung notwendig, die nicht gerade billig ist.
  • Von Gas geht ein gewisses Gefährdungspotential aus.
  • Es handelt sich um einen fossilen Brennstoff, mit entsprechend schlechter CO2 Bilanz und erschöpflichen Vorräten.
  • Gasthermen müssen (gesetzlich) regelmäßig gewartet werden, was gar nicht mal so billig ist, obwohl es sich um recht wenig störungsanfällige Technik handelt.

Was man dabei aber nicht überinterpretieren sollte

  • Die „Abhängigkeit von den Russen“ würde mich nicht allzusehr abschrecken. Die Gasvorräte sind prall gefüllt und durchaus für einige Zeit ausreichend. Auch die eigene Lieferquote ist höher als viele Leute annehmen (in Ö fast 20%).
  • Dass Erdgas ein Rohstoff ist, der irgendwann mal dem Ende zugehen wird ist eine Tatsache. Tatsache ist aber auch, dass das Gas noch länger halten wird, als ein heute gekaufter Kessel.
  • Die CO2 Bilanz einer Gasheizung sieht nicht grossartig aus, das ist richtig. Man sollte aber nicht übersehen, dass Erdgas mit modernen Heizanlagen eine extrem saubere Heiztechnik ist. CO2 ist derzeit aus verschiedenen Gründen leider überinterpretiert. Man sollte beim Umweltaspekt auch Feinstaub und Abgase berücksichtigen und da ist eine Gasanlage ganz oben dabei. (Ohne hier einen fossilen Brennstoff in den Himmel loben zu wollen.)
  • Gasexplosionen passieren leider immer wieder, das ist eine Tatsache. Man kann aber trotzdem bei einer ordentlich installierten und gewarteten Anlage davon ausgehen, dass einem so etwas nicht passieren wird.
  • Die Vorteile der Gasheizung

  • kompakt, leise, günstig
  • sehr effizient
  • bester Heizkomfort
  • bei allen Heizsystemen gut verwendbar, mit Solar kombinierbar, sehr gut für Warmwasserbereitung usw.
  • wer drauf steht kann auch mit Gas kochen
  • Biogas wird kommen und kommt bereits. Vielleicht hat man also in wenigen Jahren eine Heizung die auch vom Umweltaspekt alle anderen in die Tasche steckt
  • In eingeschränktem Maß gilt das auch für Gastankanlagen. Gastanks sind aber nicht billig, häßlich (ok man kann sie vergraben), zusätzliches Gefährdungspotential und das Gas deutlich teurer als Erdgas.

    Ölheizung

    Ja auch Ölheizungen werden noch verbaut.

    Nachteile

  • Tankraum notwendig mit entsprechenden Feuerschutzbestimmungen usw.
  • empfindlich teurer als Gasheizungen
  • fossiler Brennstoff
  • auch von den Feinstaubemissionen kein Saubermann
  • Wartung nötig und nicht billig
  • Regelmäßige Betankung nötig (Organisation)
  • unklare Preisentwicklung
  • begrenzte Vorkommen
  • Vorteile

  • überall einsetzbar
  • Fernwärme

    Fernwärme, wo vorhanden, ist eine sehr überzeugende Alternative. Nachdem Fernwärmenetze nicht reguliert sind und somit kein Anbieterkonkurrenzdruck herrscht, verschreibt man sich mit der Fernwärme aber an einen Anbieter. Die Energiepreise sind daher meist nicht ganz so günstig wie sie sein könnten. Üblicherweise liegen die Heizkosten derzeit so im Bereich der Gaspreise. Trotzdem wird sich wohl auch ein Fernwärmeanbieter in Zukunft am Markt orientieren müssen und kaum extrem überzogene Wucherpreise verlangen können.
    Fernwärmelieferanten können je nach Entwicklung Brennstoff wechseln etc. So werden Industrieabwärmen genützt, Hackschnitzelanlagen eingespeist oder auch Müllverbrennungsanlagen. Der Wechsel des Brennstoffes lohnt sich für einen Grossanbieter deutlich früher als für einen Privathaushalt, wodurch die Produktion der Wärme immer relativ günstig bleiben wird.

    Nachteile

  • Man ist an einen Anbieter gebunden
  • Anschluss oft nicht möglich
  • Vorteile

  • kaum Anschaffungskosten
  • komfortabel
  • wartungsfrei
  • Brennstoff kann vom Anbieter gewechselt werden
  • Pellets

    Mit den Pellets wären wir bei der ersten „Modeheizung“. Meiner Meinung nach aber auch mit nicht zu unterschätzenden Nachteilen.

    Nachteile der Pelletsheizung

  • grosser völlig trockener Lagerraum nötig
  • ca. jährliche Betankung
  • derzeit oft völlig unklare und nicht nachvollziehbare Preisentwicklungen
  • wartungsintensive und verhältnismäßig störungsintensive Technik
  • schlechte Feinstaubwerte etc.
  • Kamin nötig
  • sehr hohe Investitionskosten
  • Vorteile

  • CO2 neutral
  • relativ geringe Heizkosten
  • Wärmepumpe

    Eine Wärmepumpe pauschal zu beurteilen ist relativ schwierig. Eine gut gemachte Wärmepumpe ist meiner Meinung nach das beste Heizsystem. Damit eine Wärmepumpe aber gute Arbeitszahlen liefert muss auf relativ viele Faktoren geachtet werden. Ich meine man sollte keine Wärmepumpe wählen wenn:

  • man in kaltem Klima wohnt und eine Luftwärmepumpe einsetzen will
  • man mit Heizkörpern heizt und somit eine Vorlauftemperatur von über ca. 40° benötigt
  • Andernfalls hat man bei einer Wärmepumpe folgende

    Vorteile

  • modernste Heiztechnik
  • wartungsfrei und kaum störungsanfällig
  • kompakt, kein Lager nötig
  • geringste Heizkosten
  • kein Kamin nötig
  • teils hohe Förderungen
  • Investitionskosten sind vertretbar. (Mit den Förderungen im Bereich Ölheizung)
  • keine Abgase etc.
  • Nachteile

  • Bei Flächenkollektor Platzverbrauch im Garten
  • nicht für Heizkörper etc. geeignet
  • Das Umweltthema ist bei der Wärmepumpe nicht unkompliziert. Von Vetretern anderer Heizsysteme als „Atomheizung“ verkauft weil im Strom ja häufig auch Atomstrom enthalten ist. (In Österreich bekommt man nur noch eine Förderung ausbezahlt, wenn man mit Ökostrom heizt). Trotzdem sehe ich Strom als extrem saubere Lösung. Durch die Liberalisierung des Strommarktes wird sich Strom immer am unteren Ende der Energiepreisleiter bewegen (auch wenn Strom an sich natürlich eine teure Energieform ist), der Anteil an Ökostrom wächst jährlich usw. Ähnlich wie bei der Fernwärme sehe ich also die Flexibilität mit der Stromproduzenten ihren Energieträger wechseln können als sehr wertvoll an.

    Strom

    Ja man kann auch mit Strom heizen. Ich persönlich betrachte aber diese Alternative nur in einem Fall als überlegenswert, nämlich als Zusatzheizung im Passivhaus. Hier ist der Strombedarf so gering, dass man eventuell über eine Heizung mit Strom nachdenken kann.
    Als Vorteil ist vor allem die extrem günstige Anschaffung zu nennen. Im Prinzip kann man im Passivhaus auch einfach einen Heizstrahler oder ein paar 500W Halogenstrahler aufstellen und sollte ein Passivhaus auch in klimatisch schlechten Zeiten damit warm bekommen. Anschaffung für einen 500W Strahler ca. 10 Euro. Um diesen Preis eine fertige Heizung ist ja nicht schlecht und schön hell hat man es auch noch damit im Winter 😉
    Für alle anderen Häuser als gut funktionierende Passivhäuser würde ich eine Stromheizung aber strikt ablehnen. Selbst für selten benützte Wochenendhäuser gibt es bessere Alternativen. Und wenn man sich schon ein Passivhaus leistet würde ich trotzdem eine solidere Lösung als eine Stromheizung bevorzugen.

    Hackschnitzel

    Hackschnitzel sind interessant. Vor allem natürlich für Bauern mit Wald etc., aber durchaus auch für kleinere Wohnprojekte oder auch EFH. Sie sind billiger als Pellets und die Preisentwicklung weniger absurd. Das gerne vorgebrachte Argument, dass Hackschnitzel nicht genormt sind mit genauen Angaben der erlaubten Feuchtigkeit etc. (im Gegensatz zu Pellets) ist wenig schlagend, weil man Hackschnitzel üblicherweise ohnehin nicht beim Brennstoffhändler kaufen wird, sondern man so eine Heizung eher hat, wenn man Wald besitzt, Landwirte in der Bekanntschaft hat etc.
    Mit den richtigen Kontakten kann also die Hackschnitzelheizung auch für das EInfamilienhaus eine tolle Heizung darstellen. In der Anschaffung auch nicht wirklich teurer als Pellets, kann man wirklich billig heizen.

    Vorteile der Hackschnitzelheizung

  • billige Heizkosten
  • überall einsetzbar, gerade für entlegenere Lagen gut geeignet
  • nachvollziehbare Preisentwicklung analog zum Holzpreis
  • CO2 Neutral
  • Nachteile von Hackschnitzel

  • relativ teure Anschaffung
  • aufwändige Technik (Lagerung, Förderung etc.)
  • organisatorischer Aufwand (Kauf, Lieferung, etc.)
  • Elefantengras, Hochleistungsholz etc.

    Diese Brennstoffe sind besonders schnellwachsende Pflanzen, die in wenigen Jahren eine Menge Brennwert erzeugen können. Sehr interessante Heizvarianten, aber wohl doch nur für Landwirte mit Eigenproduktion.

    Stückholz

    Eine Renaissance erlebt Stückholz. Leider aber nicht als Heizzentrale im EFH, sondern mit den recht modernen Kaminöfen fürs Wohnzimmer. Nachdem aber nicht mal automatisch zündende und lange wärmespeichernde Kachelöfen den heute geforderten Komfort für eine Hauptheizung erreichen, möchte ich hier nur auf die echte Stückholzheizzentrale eingehen.

    Vorteile einer Stückholzheizung

  • die im Betrieb mit Abstand billigste Heizung
  • CO2 neutral
  • Das wars aber streng genommen auch schon. Die oft gewünschte Unabhängigkeit im Krisenfall hat an heute mit keiner Heizung mehr, weil eine moderne Heizung ohne Strom ohnehin nicht läuft.

    Nachteile von Stückholz

  • mühsames Handling
  • selbst bei grosszügig dimensionierten Anlagen zumindest tägliches Einheizen
  • Pufferspeicher etc. notwendig
  • sehr hohe Anschaffungskosten
  • In Sachen Umweltschutz sind moderne Stückholzanlagen zumindest in Ordnung. (Im Gegensatz zu Kaminöfen!)

    Solar

    Einfache Antwort. Eine reine solare Heizung ist in unseren Breiten nicht wirtschaftlich. Es gibt ja ganz tolle Projekte mit Wasserwärmespeichern, die 5 Meter Durchmesser haben und 3 Stockwerke hoch sind etc. Alles faszinierende Projekte, die höchste Hochachtung verdienen, aber mit normalem Budget kann man Solar als Hauptheizung streichen. Punkt. Da ist es deutlich sinnvoller man baut ein ordentliches Passivhaus und verzichtet ganz auf die Heizung. Ob solare Heizungsunterstützung sinnvoll ist wird ja kontrovers diskutiert. Ich würde keine solare Heizungsunterstützung machen, finde es aber löblich, wenn Menschen für den guten Zweck Geld ausgeben und möchte das auch keinem ausreden.

    Das waren dann wohl die wichtigsten Varianten. Welche Heizung jetzt für den jeweiligen Fall die Beste ist kann man nur individuell entscheiden. Ich hoffe aber ein wenig geholfen zu haben.


  1. Michael Ott

    Schönen guten Tag,

    erstmal ein Lob an die Iformationen und ide Gestaltung dieser Web-Seite.

    Ich bin ein „Fan“ von kobinierten Heizungssystemen. Zum Beispiel die LLB-Serie von Alpha-Innotec und dazu dann (um Spitzenlasten auszugleichen) elektronische Wandheizungssysteme wie zum Beispiel von Lehmorange (www.Lehmorange.de).

    Will hier keine Werbung machen (sicher gibt es auch von anderen Herstellern genau so gute oder bessere Produckte), es geht mir hauptsächlich um das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten. Sicher liegt hier der Planungsaufwand um einiges höher als bei einem einzelnen Heizungssystem. Aber wer dies nicht scheut, sitzt bestimmt auch bei dem Ausfall einer der Komponenten nicht ganz auf der kalten Bodenplatte.

    Euch allen viel Spassu nd vor allem Glück beim bauen und sanieren.

    Gruß Michael

    Antworten
    1. comment by losmuchachos
      admin

      Servus Michael,

      solche links sind, auch wenn sie werbung sind, natürlich immer willkommen. ich muss mr das ganze noch genauer ansehen, aber es sieht doch sehr innovativ und interessant aus. hab ich noch nie davon gehört ! danke. lgm

      Antworten
  2. r.w.wiegandt

    Zu Solarheizung:
    Eine Solarheizung ist event . in der Anschaffung teurer, dies amortisiert sich jedoch i.d.Regel relativ schnell, auch in unseren Breiten.
    Bei der Aufzählung vergessen wurden Blockheizkraftwerke, die sowohl mit Gas, als auch mit anderen Heizmitteln betrieben werden können.Diese sind
    mittlerweile auch Förderbar durch Staat und sie anderen bekannten Stellen ,
    wie KFW oder Ähnliche.Das Problem ist allerdings die Abwärme, die im Sommer nicht effektiv genutzt werden kann.

    Antworten
  3. r.w.wiegandt

    Zu Pelletheizung:
    Pellet als Modeheizung abzutun ist nach meiner Meinung etwas abfällig.Richtig ist der höhere Anschaffungspreis,der jedoch durch Förderprogramme minimiert wird.Klare Vorteile der Heizart sind:
    – gute Regelbarkeit
    – Geringer Platzbedarf
    -sehr geringer Wartungsaufwand
    -auch als Einzelofen erhältlich(bis ca. 11 KW
    Zum Lagerraum: für ein EFH mit einem jährlichen Heizenergieverbrauch von 15.000 kW/h = Pelletverbrauch ca. 4.5 m³/a benötigt man einen Lagerraum (inkl. dem vorgeschriebenem Leerraum von 30%) von 7.2 m³,
    der sich direkt im Heizraum befinden kann,z. Bsp. als Sacksilo-Lager.
    Umweltbilanz (CO2 Emissionen):
    Pellet-Kessel 0,09 kg/kWh – Ölkessel 0.37 kg/kWh
    Da letztendlich die Ökosteuer noch entfällt,halte ich diese Art zu Heizen für eine der Besten.

    Antworten
  4. Andi74

    Also erstmal zu den Beitragen sind echt super geschrieben und sehr informativ. Aber zu dem Gas wie sieht das eigentlich gerade aus ich hab langsam angst das wir am Ende kein Gas mehr haben, wegen dem Streit mit Russland oder könnte es überhaupt soweit kommen ? Nochmal danke für den Beitrag ist sehr informativ !

    Gruß Andi

    Antworten
  5. Arne Kruft

    noch eine kleine Ergänzung vom Energieprofi zu den vorherigen Beiträgen:

    – Solarthermie zu teuer?
    Richtig ist, dass sich Solarthermie sich nicht gut rechnet, weil sie meist als AddOn zu einer bestehenden Heizung installiert wird. Schon bei Warmwasser liegen die Amortisationszeiten oft knapp an der hypothetischen Anlagenlebensdauer von 20 Jahren. Bei einer Heizungsunterstützung und nicht passendem Gebäude rechnet sich die Solarthemie leider oft gar nicht. Ein Solarhaus, das fast ausschließlich mit Solarthermie beheizt wird, kann aber durchaus zu einem Passivhaus mit Wärmepumpe konkurrenzfähig sein. UND für das Klima ist es egal, ob die Energie nicht verbraucht wird oder voll regenerativ erzeugt wird. So ein Solarhaus hat aber keine einfache Technik sondern ist ein High-Tech-Produkt (für die back-to-the-roots-freunde).

    Pelletsheizung:
    Die Ölindustrie hat es geschickt verstanden, die Pellets in Verruf zu bringen. Tatsächlich ist die Preisschwankung bei den Pelletspreisen (bis auf den einen Winter) sehr viel geringer als bei Öl und liegt derzeit bei etwa der Hälfte. Wenn der Rohstoff für Pellets (Sägemehl aus der Säge- und Möbelindustie) vollständig genutzt wird (derzeit nur zu ca. 50%), dann wird es aufwändiger Pellets herzustellen, da man entrinden, zerkleinern und trockenen muss. Und damit auch teurer. Ich schätze, dass dass aber erst eintritt, wenn wir schon voll in der Ölkrise stecken (Peak Oil) und diese Preissteigerung niedrig im Verhältnis zu den bei den Fossilen ausfällt – Öl, Gas und Strom (ja auch wenn man in Österreich 80% Wasserkraft hat, wird in Europa hauptsächlich noch fossil produziert und das wird sich auch auf den österreichischen Strompreis auswirken)

    Die Feinstaubemissionen sind kein großes Thema bei den Pellets. Es wird in Zukunft übrigens 4 weitere schlechtere Pelletsqualitäten geben, die dann eventuell durch Rindenanteile tatsächlich Staubemissionsprobleme bekommen könnten, die man aber heute schon großteils durch Filter lösen kann.

    Eine Pelletsheizung rechnet sich bei einem großen Energiebedarf (ca. über 15.000 kWh/a), da sonst die hohen Investitionskosten durch den niedrigen Energiepreis nicht in der Anlagenlebensdauer aufgewogen werden. Pelletsheizungen gibt es inzwischen auch mit Brennwerttechnik und liefern höhere Temperaturen als Wärmepumpen und sind somit auch für die Altbaubeheizung sinnvoll einsetzbar. Der Lagerraum ist etwas doppelt so groß, wie bei einer Ölheizung. Meistens reicht aber der nicht voll genutzte bestehende Öllagerraum vom Platz her aus.

    Wärmepumpen:
    Je nach Medium der Wärme (Erdreich, Grundwasser, Luft und Exoten) und notwenigem Temepraturniveau der Beheizung und vor allem der Trinkwasserwärmung, Jahresarbeitszahlen (JAZ) von 1 bis 6. —- JA!, ich habe auch schon Wärmepumpen gesehen, die so schlecht eingebunden waren, dass man gleich direkt mit Strom hätte heizen können – JAZ = 1 und im Umkehrfall, wenn man eine bestimmte Spreizung von Wärmequelle zu Wärmemedium garantieren kann (z.B. Wärmepumpe an Lauwarmwasserrestwärmetank einer solarthermischen Anlage), kann man auch JAZ=6 schaffen. In der Realität liegen die meisten Anlagen zwischen 2,5 und 3,5. Es wurde gerade ein großer Feldtest zu dem Thema vom Fraunhofer Institut durchgeführt. Problem sind oft die Nebenaggregate der Grundwasserpumpen (ja das Wasser muss ja hoch gepumpt werden) und die Warmwasserzeugung (hohes Temperaturniveau weit über den günstigen Niveaus von 30 bis 35 °C, die für die meisten Wärmepumpen ideal sind.) Wärmepumpen haben in der Regel ein Kältemittel als Arbeitsmedium, um die Wärme „pumpen“ zu können, das umwelttechnisch auch nicht besonders toll ist.

    Typische günstige Einsatzgebiete: Luftwärmepumpen bei Passivhäusern u. Ä. (10-20 W/m² Heizlast), Solewärmepumpen bei mittel gedämmten Häusern (20-50 W/m²) und Grundwasser wie Sole aber nur, wenn das Grundwasser nicht zu tief liegt, der Aufwand für einen 2. Brunnen zur Versickerung nicht zu hoch ist und die Entwärmung des Grundwassers kein Problem darstellt, wie das in manchen Großstädten schon der Fall ist. Sole- und Grundwasser-WP haben dasselbe Problem, wie die Pelletsheizung: die teure Anlage muss sich über den niedrigen Wärmepreis amortisieren, was bei den stark steigenden Strompreisen in letzter Zeit (2011) immer schwieriger wird.

    BHKW oder KWK:
    Zuletzt noch ein Wort dazu: diese Heizung ist meist, wie die Solarthermie ein AddOn, d.h. nicht alleine zur Beheizung eines Gebäudes sinnvoll einsetzbar. Bei den Mini-BHKWs barucht man i.d.R. 2-4 Familien an Warmwasserbedarf, damit die Laufzeit übers Jahr hoch genug ist, damit sich die hohen laufenden Kosten rechnen. Fast immer gibt es einen Spitzenlastkessel. Man braucht Platz für die großen Pufferspeicher und die Geräte sind nicht lautlos…
    Mico-BHKWs sind recht neu auf dem Markt, haben eine viel geringere thermische Leistung und können schon in 1-Familienwohnhäusern sinnvoll eingesetzt werden (2-4 KW thermische Leistung). Oft kommen Sie gleich in Kombination mit einer kleinen Gasbrennwerttherme für die Spitzenlast. Die Technik ist noch relativ neu und es ist daher wahrscheinlich, dass es noich Kinderkrankheiten gibt. Ein Konsortium aus einigen der größten Heizungshersteller hat allerdings einen neuen Sterlingmotor entwickelt, der voll gekapselt sein und dadurch nicht mehr undicht werden soll und in einer ganzen Reihe solcher Geräte jetzt eingesetzt wird. Die Geräte sind noch recht teuer und ich bezweifele, dass sie sich heute schon super rechnen (habs noch nicht geprüft) – hängt natürlcih stark vom eigen genutzten Strom und dem Strompreis ab. Die meisten Geräte sind gasbetrieben. Biomasseverstromung hatte in der Vergangeheit große technische Probleme und braucht wohl noch eine Weile…

    Ach ja noch eine letzte Anmerkung:
    Ich habe auch schon Passivhäuser geplant, die nur über einen kleinen Kaminofen beheizt wurden – Verteilung über Thermik und über die Absaugung in der Nähe des Ofens und Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlage… und das Auskühlverhalten eines passivhauses ist sehr langsam: http://www.google.com/url?q=http://www.nachhaltigwirtschaften.at/hdz_pdf/070511_2.4_effizienteenergieversorgung.pdf&sa=U&ei=tFh9T7baAZG1hAeWs82xDA&ved=0CAUQFjAA&client=internal-uds-cse&usg=AFQjCNHcHtutDN-mTzuRMZlnunyah1Z0qw S. 20

    Antworten
    1. comment by losmuchachos
      admin

      Servus Arne,

      danke für die klaren und interessanten Ausführungen.

      lg

      Antworten
  6. Markus

    Hallo, meine freundin und ich planen gerade einen bungalow mit ca.136qm wfl. Mit angrenzender doppelgarage und ohne keller, wir müssten nur noch wissen, welche heizung jetzt am günstigsten und energieffizientesten ist! Oben ist schon alles genau aufgeschrieben aber ich bräuchte da ein paar zahlen.. Bitte um antwort 🙂

    Antworten
  7. Rudolf

    Danke für die geballte Information! Hier aber noch ein Kommentar zur Wärmepumpe: Diese ist keinesfalls emissionsfrei, wie immer wieder behauptet – es raucht lediglich woanders (nämlich beim Kraftwerk!) Am europäischen Strommarkt (und auch Ö mit seinen 80 % Wasserkraft gehört da dazu – gerade im Winter!) sind an jeder kWh 80 % nicht regenerative Energie beteiligt – also pro kWh Strom 2,5 kWh Primärenergie nötig. Somit sind bei Wärmepumpe mit angen JAZ 4 ca 60 % der Raumwärme nicht regenerativ (ob fossil oder nuklear ist ziemlich egal, nur hat Atomstrom den schlechteren Ruf). Bei einer Pelletsheizung sind weniger als 20 % nicht regenerativ – da relativiert sich auch die Feinstaubproblematik.

    Antworten
  8. Roland Hackl

    Ölheizung raus oder doch ModernisierenHallo zusammen

    Der Winter naht und der Ölpreis steigt, so hab ich mich hier angemeldet um etwas zu Lernen da ich gerne mal meine Heizung Renovieren oder komplett Erneuern möchte.

    Hoffe dass der eine oder andere hier mir helfen kann

    Zu den Daten:

    Zweifamilienhaus, Baujahr 1960, 30cm Ziegel Außenmauern, Kunststofffenster, keine Außenisolierung, Dachboden-Boden gedämmt, 2Personen im EG, 4Personen im OG, jeder Raum Heizkörper mit Thermostate, Buderus Ölheizung Bj. ca. 1990, zwei getrennte Ein-Ring-Leitungen, verbrauch ca.3800L/Jahr, Im Sommer heizen wir das Brauchwasser mit Nachtstrom da der Ölofen zu laut ist.

    Wohne in Oberösterreich wo es im Winter an manchen Tagen schon mal bis zu minus 10-15°C haben kann (teilweise auch weniger aber das ist nicht so häufig)

    Ganz ehrlich: Wir mögen es schon sehr warm. Also unter 23-24°C geht es fast nicht

    Letzte Woche war ein Heizungsbauer im Haus

    Sein Vorschlag:

    Teilweise neue Heizkörper, Tiefenbohrung und Luftwärmetauscher für Warmwasser (Kosten gesamt ca. 30 000.-)

    Oder

    Teilweise neue Heizkörper, Luftwärmetauscher Außen für Heizung und Luftwärmetauscher für Warmwasser (Kosten ca. 22 000.-)

    Das Ganze ist eine Menge Geld und die Variante mit dem Außenstehenden Luftwärmetauscher gefällt mir nicht so gut wegen der Lärmbelästigung und der Optik

    Jetzt denke ich darüber nach das Warmwasser mit einem Luftwärmetauscher zu erhitzen und die Ölheizung zu modernisieren bzw. Optimieren.

    Was würdet Ihr mir Empfehlen zu tun und kennt jemand einen Vertrauenswürdigen Heizungsbauer in meiner Nähe (Österreich, Oberösterreich, Bezirk Vöcklabruck)

    Vielen Dank für Eure Antworten

    Lg

    Roland

    Antworten
  9. Edgar

    Vielen Dank für die Zusammenstellung von Infos. Saniere gerade mein Haus und der Beitrag hilft mir sehr. Gruß Edgar

    Antworten
  10. Swen Pervaneli

    Was ist mit Infrarot-Heizungen?
    Einfach ein Bild aufhängen, einstecken und schon hat man eine gesunde, sehr kostensparende Strahlungswärme.
    So steht’s in der Werbung.
    Hat jemand Erfahrung damit?

    Antworten
    1. comment by losmuchachos
      admin

      Nachdem ich dazu gerne etwas mehr sagen würde, habe ich den Beitrag ins Forum kopiert.

      Antworten
  11. Ralf Back

    Hallo,

    vielen Dank für den Beitrag. Sie schreiben zur Stromheizung: „Selbst für selten benützte Wochenendhäuser gibt es bessere Alternativen.“

    Wir sind dabei ein Wochenendhäuschen (ca. 100 m², BJ 1933) zu kaufen, das bislang lediglich mit Strom beheizt wurde. Daher wäre ich sehr an Alternativen interessiert. Wissen Sie Rat?

    Danke und schöne Grüße,

    Ralf

    Antworten
    1. comment by losmuchachos
      admin

      Nun heute lassen sich fast alle Heizungen per Telefon oder Internet steuern. Damit kann man es mal ferneinschalten. Ich würde z.B. einen Pelletsofen Andenken (keine vollwertige Pelletsheizung, sondern so einen Kaminofen, den man ins Wohnzimmer stellt, der oben einen 20kg Pelletstank hat.) Den füllt man noch voll und einen Tag bevor man ins Haus kommt startet man ihn von zu Hause. Das System hat kein Wasser und kann nicht einfrieren. „Wärmeverteilung“ im eigentlichen Sinn hat man dann aber auch keine, was man aber sicher mit geschickter Planung entschärfen kann.
      Andere Möglichkeit wäre eine Luftwärmepumpe, was aber schon etwas teurer wird und vielleicht bei einem Wochenendhaus in einem hoch gelegenen Skigebiet wenig schlau wäre.
      Es gibt auch Kaminöfen mit Scheitholz, die man fernzünden kann, wie gut das funktioniert weiss ich nicht, hab aber gehört es soll funktionieren.

      Antworten
  12. hubs

    Was ist mit einer Infrarot-Heizung?
    Hat da jemand erfahrungsberichte?
    Vorteile-Nachteile.
    Stromkosten………………?

    Antworten
  13. Arno

    Hallo nach Österreich,

    seht Euch doch einmal bitte diese Möglichkeit an, Eure Vorlauftemperatur auf 35 Grad abzusenken. Diese innovative Firma baut solche Heizkörper:

    Deutschland-Österreich-Schweiz

    http://www.jaga-deutschland.de/

    Grüße
    Arno

    Antworten
  14. Ingrida

    Hallo, wir bauen neu und würden gerne eine Grundwasserwärmepumpe installieren, ist es da sinnvoll wenn wir eine Photovoltaik mit Stromeinspeicherung dazu machen??? Oder ist das für die Katz ??? Hoffentlich kannmir jemand etwas dazu sagen. DANKE

    Antworten
    1. comment by losmuchachos
      el muchacho

      Das ist auf jeden Fall sinnvoll. (Ich nehme an du meinst Stromeinspeisung). Hängt aber von einigen Faktoren ab, unter anderem vom Fördermodell der PV Anlage. Aber gut ist das auf jeden Fall.

      Antworten

Was meinst du ???

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