KNX – was ist das

KNX ist das verbreitetste Bussystem im Wohnhausbereich. Über kurz oder lang stolpert deshalb auch jeder Häuslbauer über diesen Begriff und die Frage was das eigentlich ist und ob man so was braucht. Nachdem mein eigenes Bussystem jetzt fertig geplant und verkabelt ist, ist es höchste Zeit eine neue Kategorie für KNX einzuführen, mit hoffentlich vielen Beiträgen….

Was ist KNX ?

KNX ist aus dem EIB (europäischer Installationsbus) entstanden. Lange Zeit hieß er KNX/EIB, heute nur noch KNX. Egal, auf jeden Fall ist es ein Installationsbus.

Schön und gut, aber was ist das?

Prinzipiell wurde früher Strom über geschaltete Spannung kontrolliert. Dreht man also ein „Licht ein“, so schaltet man die Netzspannung bis zum Licht durch und dieses geht dadurch an. Das war’s auch schon. Schalter etc. waren direkt in diesem Kreis integriert.

Beim Bussystem werden über eine Busleitung Nachrichten gesendet. Andere Geräte können so programmiert werden, dass sie darauf reagieren. „Licht ein“ sieht also so aus, dass man einen Schalter drückt. Über den Bus wird die Nachricht „Schalter xy wurde gedrückt“ gesendet. Im Schaltkasten findet sich ein so genannter Schaltaktor, der diese Nachricht empfängt und auf diese Nachricht reagiert indem er einen Lichtkreis schaltet.

Und was soll das bringen ?

Im „Licht ein“ Beispiel  klingt die Busverkabelung deutlich komplizierter und ist das auch. Hat man aber eine Menge Schalter, so kann man alle an ein Buskabel hängen. Daneben auch noch alle nur erdenklichen Sensoren etc. So können Bewegungsmelder, Wettersensoren, Fensterkontakte und vieles mehr integriert werden.
Auf der „Reaktionsseite“ gibt’s ebenfalls die ganze Bandbreite an so genannten „Aktoren“. Mit ein paar Hilfsmitteln kann man dann auch noch komplizierte Logiken programmieren (lassen). Der oben erwähnte Druck auf einen Schalter kann also nicht nur ein Licht einschalten, sondern kann auch für „Fernsehen“ stehen. Es wird die Verschattung runtergefahren, das Hauptlicht im Wohnzimmer wird ausgeschaltet, das Fernsehlicht mit 60% gedimmt, der Fernseher wird eingeschaltet, ebenso das restliche Equipment, der HiFi Verstärker wird auf „TV“ gestellt, die Lautstärke auf einen genau definierten Wert. Das soll man mal mit konventioneller Verkabelung lösen.

und wenn ich nicht gern fernsehe ?

Die Anwendungsmöglichkeiten sind natürlich endlos. Derzeit gibt es geradezu einen KNX Hype, und es werden immer mehr Geräte und Komponenten entwickelt und andere Systeme eingebunden. Hier nur einige Ideen die man mit KNX realisieren könnte:

  • Am Eingang befindet sich ein „All off“ Schalter, mit dem man das Haus „abschaltet“. Ist noch ein Fenster offen wird eine Warnmeldung auf einem Display ausgegeben.
  • Vom Bett aus wird das Haus in einen „Nachtmodus“ versetzt. Bestimmte Alarmfunktionen werden aktiviert, die Haustürglocke abgeschaltet, wenn man aufsteht schalten sich Lichter nur gedimmt ein usw.
  • Rolläden und Raffstores werden je nach Wetter, Helligkeit und Temperatur geregelt. So spart man eine Menge Energie für Kühlung und Heizung.
  • Raumtemperatur wird genau in jedem Raum geregelt.
  • In der Nacht belüftet die kontrollierte Wohnraumlüftung nur die Schlafräume.
  • Bei Sturm und geöffneten Fenstern wird eine Alarmmeldung angezeigt.
  • Man kann von überall auf der Welt über Internet den Herd abschalten.
  • Man kann mit der Fernbedienung Lichter ein- und ausschalten.
  • Stromkreise und Lichtkreise können stromlos geschaltet werden, auch in der BUS Leitung wird nur Niederspannung geführt, wodurch die Elektrosmogbelastung deutlich sinkt.

und was kostet das ?

KNX kostet Geld. Summen zu nennen ist unmöglich, weil es einfach auf die Ausstattung ankommt. Jeder Schaltet ist teurer, jeder Aktor kostet Geld. Installationsaufwand entsteht kaum ein höherer, also liegen die Mehrkosten rein im Material. Sollte man sich für die zukunftssichere Businstallation entscheiden, so ist es aber durchaus möglich eine Basisausstattung für nicht allzuviel Geld zu bekommen. Natürlich verzichtet muss man dann auf allerlei Spielereien verzichten. Als grobe Schätzung würde ich mal so einen Minumaufpreis von 3.000 Euro ansetzen. Dafür ist man gerüstet für alle nur erdenklichen Erweiterungen. Für gehobene Bauweise gilt bereits heute Businstallation als Standard, Fertighausanbieter springen auch schon auf den Bus auf. (ein Wortspiel 😉 In nicht allzu langer Zeit wird wohl konventionelle Elektroinstallation als veraltet betrachtet werden.


  1. bussianer

    Du sprichst mir aus der Seele ! KNX ist der einzige Bus mit Zukunft. Alle anderen Systeme kann man vergessen. Wer heute ein EFH ohne KNX baut, der hat aufs völlig falsche Pferd gesetzt.

    KNX – sonst nichts !

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  2. holger

    Hi Leute,

    ich finde ein Bussystem im Haus ist Overkill.
    In einem Flugzeug mag das Sinn machen von wegen gespartes Gewicht.
    Bei Landfahrzeugen geht man schon wieder weg davon – weil zu anfällig.
    Man kann seine Zeit auf alle möglichen Arten verbrennen, zum Beispiel sein Leben programmieren, wenns ein Hobby ist – ok.
    Es gibt keine Sensoren die erkennen was ein Mensch will – und das ist gut so.

    Grüßßchen
    Catweazle

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Was meinst du ???

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