Geld selber machen – Cryptomining für jeden

Lange habe ich gezögert, ob dieses Thema in meinem „Selbermacherblog“ Platz finden soll. Die Entscheidung ist gefallen. Cryptowährung selbst gemacht, viel zu spät aber doch springt Losmuchachos auf diesen Zug auf. Und je nachdem wie lange ich selber noch dabei bleibe wird es den ein oder anderen Artikel dazu geben. Hier mal eine kurze Einführung zum Thema Cryptowährungen und Mining, mit diesem Artikel hast du das gesamte nötige KnowHow um einzusteigen. Also alles nötige möglichst kurz….

Ziel ist es, wenn man eine flotte Grafikkarte ohne weitere Investitionen mit dem Mining zu beginnen…

Cryptowährungen – was ist das

Cryptowährungen sind elektronische Währungen, die ohne Banken, Zentralbanken usw. auskommen. Sie existieren lediglich in Form einer langen Reihe von verschlüsselten Blöcken (Blockchain) auf zahllosen Rechnern. Das Konzept dazu wurde vom anonymen Bitcoin Erfinder veröffentlicht. Das Whitepaper hat nur 8 Seiten und wird dennoch vielleicht die Welt verändern.

Es gibt mittlerweile tausende Cryptowährungen, von denen die bekannteste Bitcoin ist. Halbwegs etablierte Währungen gibt es vielleicht 10, danach eine unendliche Reihe von Währungen wo jemand versucht Geld zu verdienen.

Ob Cryptowährungen die Zukunft sind steht in den Sternen. Es ist aber auf alle Fälle ein bemerkenswertes Konzept, das in eine bargeldlose, aber auch bankenlose Zukunft führen könnte. Die Angst der Banken & Zentralbanken ist groß, aber auch die der Behörden. Cryptowährungen ermöglichen viele tolle Dinge, sind aber natürlich auch Mittel für Geldwäsche und Speicher krimineller Einnahmen usw. Der weitere Erfolg von Cryptowährungen wird auch sehr stark mit der staatlichen Regulierung zusammenhängen. Ob diese in Zukunft verstärkt wird, bleibt es abzuwarten.

Das Konzept der Kryptowährung hat ein funktionsfähiges Währungssystem geschaffen. Dabei mussten unter anderem zwei Dinge berücksichtigt werden. 1. Warum sollten Menschen ihre Computerpower zur Verfügung stellen, 2. wie wird Geld „geschaffen“. Um eine sichere Kryptowährung zu schaffen sollte die Blockchain auf möglichst vielen dezentralen Rechnern weltweit verteilt sein. Um Anreize dafür zu schaffen wurde das „mining“ erfunden. Computer rechnen kryptografische Aufgaben und schaffen somit neue Blöcke der „Blockchain“, werden aber im Gegenzug auch mit neuem Geld belohnt. Dies nennt man „Mining“. Um keine Währung zu schaffen, die in der Inflation versinkt wurde ein Automatismus eingebaut, der es fortschreitend schwieriger macht eine Währung zu minen. Bei den meisten Währungen ist die Gesamtzahl der jemals geschaffenen Einheiten begrenzt. Somit wird es nie mehr als 21 Mio Bitcoins auf der Welt geben.

Das soll mal reichen für die Theorie. Jetzt ans Werk, auf einem Selbermacherblog zählt kein Handeln und Kaufen, wir wollen es selbermachen !

Mining Rig

Im Prinzip kann man mit jedem Computer minen. Es gibt sogar Handy und Raspberry Pi Miner. Für Bitcoin wird eine Verschlüsselungsmethode verwendet, für die es heute sehr leistungsfähige eigene Geräte gibt (ASICs). Mit dieser Konkurrenz kann man minen mit dem PC gleich mal vergessen. Für den privaten Kleinbastler zu machen sind Miningverfahren, die mit Grafikkarten Effizienz gerechnet werden können. Die bekannteste Währung, die am häufigsten für das Grafikkarten (GPU) Mining verwendet wird ist Ethereum. Damit legen wir mal los.

Wir brauchen also einen Computer mit geeigneten GPUs. Der Rest des Computers ist kaum wichtig. Man kann also durchaus seinen normalen PC hernehmen und sich ein wenig im minen versuchen, wenn man eine passende GPU hat. Als GPU braucht man mal eine mit mindestens 4GB. Dann kann man sich in diversen Listen und Kalkulatoren ausrechnen ob man mit seiner Hardware überhaupt gewinnbringend minen kann.

Hier findet man z.B. ein paar Karten mit den erreichten Hashraten. Sonst kann man mit dem Namen seine Grafikkarte und „mining Ethereum Hashrate“ mal eine Hashrate (Berechnungen pro Zeiteinheit) suchen. Hat man seine Hashrate geht man zu einem Kalkulator z.B. diesem und gibt diese Werte ein. Dann sieht man was sich bei jetzigen Preis, der jetzigen Mining Schwierigkeit usw. verdienen lässt. Diese Werte können innerhalb weniger Tage sehr stark variieren.

Wer dann weiter gehen möchte, kann sich ein richtiges Rio bauen mit mehreren Grafikkarten, aber dazu später. Nachdem es momentan schon sehr fraglich ist ob man Investitionen in Hardware jemals wieder durch Minen verdienen kann, bleiben wir mal bei der Annahme, dass man einen Rechner nützt, der ohnehin zu Haus steht.

Die Software

Software gibt es für Windows und Linux. Beides funktioniert ähnlich gut. Für Ethereum (der Währung mit der wohl jeder beginnt, die aber auch meist den höchsten Gewinn abwirft) braucht man einen Miner für den ETHash Algorithmus. Bzw. werden diese als „Ethereum“ miner angeboten. Ich empfehle den Claymore Dual miner. Der Claymore miner läuft gut und hat den Vorteil, dass man „nebenbei“ noch eine zweite Währung minen kann, ohne Einbußen bei den Ethereum Hashraten. Somit ist der Claymore Dualminer deutlich der profitabelste. Hier finden man die Seite mit allen Optionen, Downloads usw. Den lädt man also runter.

Der Pool

Man kann direkt selber minen (solo). Hat man allerdings keine Riesenanlage kann es sein, dass man monatelang mined und nicht verdient, weil man keinen Block gewinnt. Darum macht für „Kleinanwender“ nur das „Poolmining“ Sinn. Hier legen viele Miner ihre Rechenleistung zusammen und die Gewinne werden je nach eingebrachter Leistung aufgeteilt. Somit ist der Gewinn konstanter und berechenbarer. Der Vorteil ist auch, dass man die Blockchain nicht herunterladen muss, sondern das alles am Poolserver erledigt wird. Gerade wenn man später vielleicht öfter mal Währung wechselt ist das ein wesentlicher Vorteil.

Ich arbeite mit Nanopool. Ein super gemachter Pool, über den man beide Währungen des Dualminers, die ich schürfe (Ethereum und Pascal) minen kann. Man muss sich dort nicht mal anmelden, sondern gibt über seine Geldbörsenadresse (Wallet) nur an wohin das Guthaben ausgezahlt werden soll.

Wallet

Cryptowährungen liegen aus sogenannten Wallets (Geldbörsen). Man kann eine Wallet am PC installieren oder auch am Handy usw. auf dieser Wallet liegt dann das Geld und man hat volle Verfügungsgewalt über die Schlüssel usw. Alternative ist es eine Geldbörse bei einer Handelsplattform zu verwenden. Dort kann man dann seine geschürften Coins in andere Währungen wechseln oder auch verkaufen. Der Vorteil einer Online-Wallet im Gegensatz zur lokalen Wallet ist, dass wenn der lokale PC kaputt geht, man die Passwörter verliert usw. kann das Geld futsch sein. Der Nachteil ist , dass wenn die Handelsbörse plötzlich vom Netz verschwindet oder gehackt wird etc. ist das Geld auch weg. Ich hab mein Geld gerne Online liegen und verteile es, wenn es mehr wird auf einige sehr große Handelsplattformen. Will man seine Coins direkt in Euro wechseln kann man gleich eine wählen, wo das möglich ist (ist nicht so oft der Fall)

Eine recht gute, seriös wirkende in Österreich ansässige Plattform ist BitPanda. Dort kann man auch direkt in Euro wechseln.

Für etwas exotischere Währungen verwende ich Poloniex. Dort ist allerdings nur der Wechsel in Bitcoin möglich.

Bei ordentlichen Handelsplattformen muss man sich legitimieren und diverse Identifikationsunterlagen bereitstellen, das ist normal.

Los gehts

Jetzt muss man eigentlich nur das Mining starten. Claymore startet man mit einigen Zusatzangaben. Auf Nanopool kann man sich sogar seine Konfiguration erstellen lassen.

Anzugeben sind:

der Ethereum-Pool mit Port Adresse (-epool eth-eu1.nanopool.org:9999 )

das Ether-Wallet (-ewal 0x7110d8803e9c251d704162ba1df239b9aefe3ebc.rig1/test@test.de) Man kann seinem „Worker“ noch einen Namen geben (in diesem Fall rig1, damit man seine Mining Riga unterscheiden kann) Dann kann man noch eine Emailadresse angegeben. Diese muss keine echte Adresse sein, man kann aber damit später sein Auszahlungsminimum ändern, ist also empfehlenswert.

-epsw x (Ethereum Password wird bei nanopool nicht verwendet)

-dcoin pasc (Nebenwährung Pascal, zur Zeit das Profitabelste)

-dpool pasc-eu1.nanopool.org:15555  (Pascal machen wir auch über Nanopool)

-dwal 86646.00219a294adbcf28.rig1/test@test.de  (So sieht eine Poloniex Wallet Adresse aus, wieder mit Workername und Email)

-dpsw x (Auch für die Zweitwährung kein Passwort)

Alles zusammen also so:

EthDcrMiner64.exe -epool eth-eu1.nanopool.org:9999 -ewal 0x7110d8803e9c251d704162ba1df239b9aefe3ebc.rig1/test@test.de -epsw x -dcoin pasc -dpool pasc-eu1.nanopool.org:15555 -dwal 86646.00219a294adbcf28.rig1/test@test.de -dpsw x

Startet man den Miner so (am einfachsten speichert man das in eine Start.bat), dann geht es los. Man sieht innerhalb kurzer Zeit welche Hashraten man für beide Währungen schafft. In der Grafik unten läuft ein Rio mit 4 Grafikkarten, bei dir siehst du also vielleicht weniger Zahlen.

Claymore Dual Miner

Seine Online Statistik schaut man sich auf der Statistikseite von Nanopool an. Natürlich dauert es ein wenig bis sich alles eingespielt hat. Für die Statistikseite einfach auf einen der „Topminer“ klicken und in der url die Adresse durch seine eigene Wallet ersetzen. (z.B. https://pasc.nanopool.org/account/86646.4538f33925c2ec20)

Nanopool Statistik

Das wars. Der Miner läuft üblicherweise stabil und wird das Minimum erreicht, dann bekommt man eine Auszahlung auf seine Wallet. Man kann den Computer natürlich ganz normal weiter verwenden. Sollte es zu Leistungsproblemen kommen (z.B. bei grafikintensiven Spielen etc.) beendet man den Miner einfach und kann ihn jederzeit wieder starten. Die Einnahmen sind überschaubar, aber vorhanden. Ob man mehr als den investierten Strom verdient sollte man regelmäßig überwachen.

Man kann verschiedenste Optimierungen machen (Grafikkarten BIOS flashen, Übertakten, Undervolten usw.) Was man aber auf jeden Fall machen sollte ist das Verhältnis von Ethereum zu Pascal zu optimieren. Dazu kann man bei laufendem Miner + und – drücken. Das Verhältnis (dcri) wird dann verändert. Dreht man den Wert ganz nach unten, dann hat man die beste Ether Hashrate. Jetzt erhöht man schrittweise den dcri (Anteil der Zweitwährung) so lange die Etherhashrate nicht merkbar leidet. Damit hat man das Optimum an Einnahmen rausgeholt.


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