Eine der ersten Fragen, die sich jeder Häuslbauer stellt ist die Frage nach dem besten Heizsystem. Im Internet kursieren ja die interessantesten Berechnungen. Je nach dem wer die Rechnung durchgeführt hat “gewinnt” so ziemlich jedes Heizsystem einmal, also habe ich meine eigene Berechnung durchgeführt. Daten wurden den verschiedensten Quellen entnommen und Einflussfaktoren vieler Berechnungsmethoden wurden aufgenommen oder auch ausgeschieden. Daneben gibt es dann noch viele Beweggründe, die nicht monetärer Natur sind, aber mindestens genauso wichtig. (Stichwort Heizkomfort, Umweltschutz usw.) Was ich hier vorstelle ist also nicht die Berechnung, weil diese sehr abhängig von lokalen Gegebenheiten, Förderungen usw. ist. (Ich verrate aber, dass meine Entscheidung zu Gunsten einer Grundwasser-Wärmepumpe gefallen ist und ich diese Entscheidung nicht bereue.) Vielmehr möchte ich Vor- und Nachteile der verschiedenen Heizsystem aufzeigen, die ein Abwägen für den Häuslbauer erleichtern soll.
Gasheizung
Ihr Ruf ist schlecht und wird nach jedem Streit zwischen Weissrussland und Russland schlechter, aber es gibt sie noch, die Gasheizung, und sie wird anscheinend auch im Einfamilienhausbau noch sehr häufig verwendet. Hauptgrund dafür ist eine gut funktionierende Heiztechnik, die in der Anschaffung günstig ist. Dem ohnehin unter Kostendruck leidenden Häuslbauer kommen also die paar Tausender, die er sich in der Bauphase sparen kann, gerade recht. Bei Billigprodukten ist eine Gastherme (Materialpreis nur für Therme) durchaus schon etwas über 1000 Euro zu haben.
Nachteile der Gasheizung
- Gasleitung notwendig, die nicht gerade billig ist.
- Von Gas geht ein gewisses Gefährdungspotential aus.
- Es handelt sich um einen fossilen Brennstoff, mit entsprechend schlechter CO2 Bilanz und erschöpflichen Vorräten.
- Gasthermen müssen (gesetzlich) regelmäßig gewartet werden, was gar nicht mal so billig ist, obwohl es sich um recht wenig störungsanfällige Technik handelt.
Was man dabei aber nicht überinterpretieren sollte
- Die “Abhängigkeit von den Russen” würde mich nicht allzusehr abschrecken. Die Gasvorräte sind prall gefüllt und durchaus für einige Zeit ausreichend. Auch die eigene Lieferquote ist höher als viele Leute annehmen (in Ö fast 20%).
- Dass Erdgas ein Rohstoff ist, der irgendwann mal dem Ende zugehen wird ist eine Tatsache. Tatsache ist aber auch, dass das Gas noch länger halten wird, als ein heute gekaufter Kessel.
- Die CO2 Bilanz einer Gasheizung sieht nicht grossartig aus, das ist richtig. Man sollte aber nicht übersehen, dass Erdgas mit modernen Heizanlagen eine extrem saubere Heiztechnik ist. CO2 ist derzeit aus verschiedenen Gründen leider überinterpretiert. Man sollte beim Umweltaspekt auch Feinstaub und Abgase berücksichtigen und da ist eine Gasanlage ganz oben dabei. (Ohne hier einen fossilen Brennstoff in den Himmel loben zu wollen.)
- Gasexplosionen passieren leider immer wieder, das ist eine Tatsache. Man kann aber trotzdem bei einer ordentlich installierten und gewarteten Anlage davon ausgehen, dass einem so etwas nicht passieren wird.
- kompakt, leise, günstig
- sehr effizient
- bester Heizkomfort
- bei allen Heizsystemen gut verwendbar, mit Solar kombinierbar, sehr gut für Warmwasserbereitung usw.
- wer drauf steht kann auch mit Gas kochen
- Biogas wird kommen und kommt bereits. Vielleicht hat man also in wenigen Jahren eine Heizung die auch vom Umweltaspekt alle anderen in die Tasche steckt
- Tankraum notwendig mit entsprechenden Feuerschutzbestimmungen usw.
- empfindlich teurer als Gasheizungen
- fossiler Brennstoff
- auch von den Feinstaubemissionen kein Saubermann
- Wartung nötig und nicht billig
- Regelmäßige Betankung nötig (Organisation)
- unklare Preisentwicklung
- begrenzte Vorkommen
- überall einsetzbar
- Man ist an einen Anbieter gebunden
- Anschluss oft nicht möglich
- kaum Anschaffungskosten
- komfortabel
- wartungsfrei
- Brennstoff kann vom Anbieter gewechselt werden
- grosser völlig trockener Lagerraum nötig
- ca. jährliche Betankung
- derzeit oft völlig unklare und nicht nachvollziehbare Preisentwicklungen
- wartungsintensive und verhältnismäßig störungsintensive Technik
- schlechte Feinstaubwerte etc.
- Kamin nötig
- sehr hohe Investitionskosten
- CO2 neutral
- relativ geringe Heizkosten
- man in kaltem Klima wohnt und eine Luftwärmepumpe einsetzen will
- man mit Heizkörpern heizt und somit eine Vorlauftemperatur von über ca. 40° benötigt
- modernste Heiztechnik
- wartungsfrei und kaum störungsanfällig
- kompakt, kein Lager nötig
- geringste Heizkosten
- kein Kamin nötig
- teils hohe Förderungen
- Investitionskosten sind vertretbar. (Mit den Förderungen im Bereich Ölheizung)
- keine Abgase etc.
- Bei Flächenkollektor Platzverbrauch im Garten
- nicht für Heizkörper etc. geeignet
- billige Heizkosten
- überall einsetzbar, gerade für entlegenere Lagen gut geeignet
- nachvollziehbare Preisentwicklung analog zum Holzpreis
- CO2 Neutral
- relativ teure Anschaffung
- aufwändige Technik (Lagerung, Förderung etc.)
- organisatorischer Aufwand (Kauf, Lieferung, etc.)
- die im Betrieb mit Abstand billigste Heizung
- CO2 neutral
- mühsames Handling
- selbst bei grosszügig dimensionierten Anlagen zumindest tägliches Einheizen
- Pufferspeicher etc. notwendig
- sehr hohe Anschaffungskosten
- Wärmepumpe
- Kann man mit Kaminofen oder Kachelofen Heizkosten sparen ?
- Wärmepumpe vergleichen – COP – Leistungszahl – Jahresarbeitszahl
- Holzterrasse – Welche Holzart
- Der beste Akkuschrauber der Welt
- Info:
- Welche Heizung ist die Beste ? ist Beitrag Nr. 595
- Autor:
- el muchacho am 5. Dezember 2010 um 16:55
- Kategorie:
- Energiesparen, Installation, Wärmepumpe
- Heizung, Pellets, Stromheizung, Stückholz, Vergleich, Wärmepumpe
- Trackback:
- Trackback URI
Die Vorteile der Gasheizung
In eingeschränktem Maß gilt das auch für Gastankanlagen. Gastanks sind aber nicht billig, häßlich (ok man kann sie vergraben), zusätzliches Gefährdungspotential und das Gas deutlich teurer als Erdgas.
Ölheizung
Ja auch Ölheizungen werden noch verbaut.
Nachteile
Vorteile
Fernwärme
Fernwärme, wo vorhanden, ist eine sehr überzeugende Alternative. Nachdem Fernwärmenetze nicht reguliert sind und somit kein Anbieterkonkurrenzdruck herrscht, verschreibt man sich mit der Fernwärme aber an einen Anbieter. Die Energiepreise sind daher meist nicht ganz so günstig wie sie sein könnten. Üblicherweise liegen die Heizkosten derzeit so im Bereich der Gaspreise. Trotzdem wird sich wohl auch ein Fernwärmeanbieter in Zukunft am Markt orientieren müssen und kaum extrem überzogene Wucherpreise verlangen können.
Fernwärmelieferanten können je nach Entwicklung Brennstoff wechseln etc. So werden Industrieabwärmen genützt, Hackschnitzelanlagen eingespeist oder auch Müllverbrennungsanlagen. Der Wechsel des Brennstoffes lohnt sich für einen Grossanbieter deutlich früher als für einen Privathaushalt, wodurch die Produktion der Wärme immer relativ günstig bleiben wird.
Nachteile
Vorteile
Pellets
Mit den Pellets wären wir bei der ersten “Modeheizung”. Meiner Meinung nach aber auch mit nicht zu unterschätzenden Nachteilen.
Nachteile der Pelletsheizung
Vorteile
Wärmepumpe
Eine Wärmepumpe pauschal zu beurteilen ist relativ schwierig. Eine gut gemachte Wärmepumpe ist meiner Meinung nach das beste Heizsystem. Damit eine Wärmepumpe aber gute Arbeitszahlen liefert muss auf relativ viele Faktoren geachtet werden. Ich meine man sollte keine Wärmepumpe wählen wenn:
Andernfalls hat man bei einer Wärmepumpe folgende
Vorteile
Nachteile
Das Umweltthema ist bei der Wärmepumpe nicht unkompliziert. Von Vetretern anderer Heizsysteme als “Atomheizung” verkauft weil im Strom ja häufig auch Atomstrom enthalten ist. (In Österreich bekommt man nur noch eine Förderung ausbezahlt, wenn man mit Ökostrom heizt). Trotzdem sehe ich Strom als extrem saubere Lösung. Durch die Liberalisierung des Strommarktes wird sich Strom immer am unteren Ende der Energiepreisleiter bewegen (auch wenn Strom an sich natürlich eine teure Energieform ist), der Anteil an Ökostrom wächst jährlich usw. Ähnlich wie bei der Fernwärme sehe ich also die Flexibilität mit der Stromproduzenten ihren Energieträger wechseln können als sehr wertvoll an.
Strom
Ja man kann auch mit Strom heizen. Ich persönlich betrachte aber diese Alternative nur in einem Fall als überlegenswert, nämlich als Zusatzheizung im Passivhaus. Hier ist der Strombedarf so gering, dass man eventuell über eine Heizung mit Strom nachdenken kann.
Als Vorteil ist vor allem die extrem günstige Anschaffung zu nennen. Im Prinzip kann man im Passivhaus auch einfach einen Heizstrahler oder ein paar 500W Halogenstrahler aufstellen und sollte ein Passivhaus auch in klimatisch schlechten Zeiten damit warm bekommen. Anschaffung für einen 500W Strahler ca. 10 Euro. Um diesen Preis eine fertige Heizung ist ja nicht schlecht und schön hell hat man es auch noch damit im Winter ![]()
Für alle anderen Häuser als gut funktionierende Passivhäuser würde ich eine Stromheizung aber strikt ablehnen. Selbst für selten benützte Wochenendhäuser gibt es bessere Alternativen. Und wenn man sich schon ein Passivhaus leistet würde ich trotzdem eine solidere Lösung als eine Stromheizung bevorzugen.
Hackschnitzel
Hackschnitzel sind interessant. Vor allem natürlich für Bauern mit Wald etc., aber durchaus auch für kleinere Wohnprojekte oder auch EFH. Sie sind billiger als Pellets und die Preisentwicklung weniger absurd. Das gerne vorgebrachte Argument, dass Hackschnitzel nicht genormt sind mit genauen Angaben der erlaubten Feuchtigkeit etc. (im Gegensatz zu Pellets) ist wenig schlagend, weil man Hackschnitzel üblicherweise ohnehin nicht beim Brennstoffhändler kaufen wird, sondern man so eine Heizung eher hat, wenn man Wald besitzt, Landwirte in der Bekanntschaft hat etc.
Mit den richtigen Kontakten kann also die Hackschnitzelheizung auch für das EInfamilienhaus eine tolle Heizung darstellen. In der Anschaffung auch nicht wirklich teurer als Pellets, kann man wirklich billig heizen.
Vorteile der Hackschnitzelheizung
Nachteile von Hackschnitzel
Elefantengras, Hochleistungsholz etc.
Diese Brennstoffe sind besonders schnellwachsende Pflanzen, die in wenigen Jahren eine Menge Brennwert erzeugen können. Sehr interessante Heizvarianten, aber wohl doch nur für Landwirte mit Eigenproduktion.
Stückholz
Eine Renaissance erlebt Stückholz. Leider aber nicht als Heizzentrale im EFH, sondern mit den recht modernen Kaminöfen fürs Wohnzimmer. Nachdem aber nicht mal automatisch zündende und lange wärmespeichernde Kachelöfen den heute geforderten Komfort für eine Hauptheizung erreichen, möchte ich hier nur auf die echte Stückholzheizzentrale eingehen.
Vorteile einer Stückholzheizung
Das wars aber streng genommen auch schon. Die oft gewünschte Unabhängigkeit im Krisenfall hat an heute mit keiner Heizung mehr, weil eine moderne Heizung ohne Strom ohnehin nicht läuft.
Nachteile von Stückholz
In Sachen Umweltschutz sind moderne Stückholzanlagen zumindest in Ordnung. (Im Gegensatz zu Kaminöfen!)
Solar
Einfache Antwort. Eine reine solare Heizung ist in unseren Breiten nicht wirtschaftlich. Es gibt ja ganz tolle Projekte mit Wasserwärmespeichern, die 5 Meter Durchmesser haben und 3 Stockwerke hoch sind etc. Alles faszinierende Projekte, die höchste Hochachtung verdienen, aber mit normalem Budget kann man Solar als Hauptheizung streichen. Punkt. Da ist es deutlich sinnvoller man baut ein ordentliches Passivhaus und verzichtet ganz auf die Heizung. Ob solare Heizungsunterstützung sinnvoll ist wird ja kontrovers diskutiert. Ich würde keine solare Heizungsunterstützung machen, finde es aber löblich, wenn Menschen für den guten Zweck Geld ausgeben und möchte das auch keinem ausreden.
Das waren dann wohl die wichtigsten Varianten. Welche Heizung jetzt für den jeweiligen Fall die Beste ist kann man nur individuell entscheiden. Ich hoffe aber ein wenig geholfen zu haben.
das könnte dich auch interessieren...
« Microhomes was existiert am Markt Teil 2 - Kann man mit Kaminofen oder Kachelofen Heizkosten sparen ? »


[...] Schreiben eines Artikels über die Wahl der besten Energiequelle für Wohnraumheizung ist mir eingefallen, dass ich noch einen alten Entwurf über Kaminöfen “im Feuer” [...]
Schönen guten Tag,
erstmal ein Lob an die Iformationen und ide Gestaltung dieser Web-Seite.
Ich bin ein “Fan” von kobinierten Heizungssystemen. Zum Beispiel die LLB-Serie von Alpha-Innotec und dazu dann (um Spitzenlasten auszugleichen) elektronische Wandheizungssysteme wie zum Beispiel von Lehmorange (www.Lehmorange.de).
Will hier keine Werbung machen (sicher gibt es auch von anderen Herstellern genau so gute oder bessere Produckte), es geht mir hauptsächlich um das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten. Sicher liegt hier der Planungsaufwand um einiges höher als bei einem einzelnen Heizungssystem. Aber wer dies nicht scheut, sitzt bestimmt auch bei dem Ausfall einer der Komponenten nicht ganz auf der kalten Bodenplatte.
Euch allen viel Spassu nd vor allem Glück beim bauen und sanieren.
Gruß Michael
Servus Michael,
solche links sind, auch wenn sie werbung sind, natürlich immer willkommen. ich muss mr das ganze noch genauer ansehen, aber es sieht doch sehr innovativ und interessant aus. hab ich noch nie davon gehört ! danke. lgm
Zu Solarheizung:
Eine Solarheizung ist event . in der Anschaffung teurer, dies amortisiert sich jedoch i.d.Regel relativ schnell, auch in unseren Breiten.
Bei der Aufzählung vergessen wurden Blockheizkraftwerke, die sowohl mit Gas, als auch mit anderen Heizmitteln betrieben werden können.Diese sind
mittlerweile auch Förderbar durch Staat und sie anderen bekannten Stellen ,
wie KFW oder Ähnliche.Das Problem ist allerdings die Abwärme, die im Sommer nicht effektiv genutzt werden kann.
Zu Pelletheizung:
Pellet als Modeheizung abzutun ist nach meiner Meinung etwas abfällig.Richtig ist der höhere Anschaffungspreis,der jedoch durch Förderprogramme minimiert wird.Klare Vorteile der Heizart sind:
- gute Regelbarkeit
- Geringer Platzbedarf
-sehr geringer Wartungsaufwand
-auch als Einzelofen erhältlich(bis ca. 11 KW
Zum Lagerraum: für ein EFH mit einem jährlichen Heizenergieverbrauch von 15.000 kW/h = Pelletverbrauch ca. 4.5 m³/a benötigt man einen Lagerraum (inkl. dem vorgeschriebenem Leerraum von 30%) von 7.2 m³,
der sich direkt im Heizraum befinden kann,z. Bsp. als Sacksilo-Lager.
Umweltbilanz (CO2 Emissionen):
Pellet-Kessel 0,09 kg/kWh – Ölkessel 0.37 kg/kWh
Da letztendlich die Ökosteuer noch entfällt,halte ich diese Art zu Heizen für eine der Besten.
Also erstmal zu den Beitragen sind echt super geschrieben und sehr informativ. Aber zu dem Gas wie sieht das eigentlich gerade aus ich hab langsam angst das wir am Ende kein Gas mehr haben, wegen dem Streit mit Russland oder könnte es überhaupt soweit kommen ? Nochmal danke für den Beitrag ist sehr informativ !
Gruß Andi